Tönisvorst: Eine Kerze als Symbol von Frieden und Solidarität

Tönisvorst : Eine Kerze als Symbol von Frieden und Solidarität

Viele Gläubige haben sich bei der Feier in St. Cornelius ein Friedenslicht mit nach Hause genommen.

Die ganze Gemeinde singt "Wir sagen euch an den lieben Advent", als die St. Töniser Pfadfinder mit den Friedenslicht von der Sakristei aus durch das südliche Seitenschiff in die abgedunkelte St.-Cornelius-Kirche einziehen.

Entlang des Mittelgangs bewegt sich die Gruppe gemächlich in Richtung des Altars, wo die Wölflinge Anika Hutter und Julius van Beek (beide 9) die Altarkerze, die kircheneigene Friedenslicht-Kerze und drei Lichter des Adventskranzes entzünden. Der feierliche Auftakt der Aussendungsfeier des Friedenslichtes läutete in der katholischen Pfarrkirche den Vorabend des vierten Advents ein.

Seit 15 Jahren begleitet der St. Töniser Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) die Aussendung des Friedenslichts. Die Flamme wird jedes Jahr in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem entzündet und von Vertretern der Pfadfinderverbände in Wien abgeholt. Am dritten Advent wurde das Licht per Zug in mehr als 30 zentrale Bahnhöfe in Deutschland gebracht. Acht 17- bis 20-jährige Rover vom 110 Mitglieder starken St. Töniser DPSG-Stamm empfingen die Flamme in Aachen und brachten sie von dort samt windfestem "Ersatzlicht" mit.

Vor allem Familien mit kleinen Kindern besuchten die Heilige Messe, um das Friedenslicht zu empfangen. "Das Feuer kommt aus Bethlehem", weiß Tobias Groß (10), der wie auch sein Bruder Simon (12) Jungpfadfinder ist. Gespannt halten sie und ihre kleine Schwester Hannah (6) je eine Kerze in Händen. "Das Licht symbolisiert Frieden, Wärme, Solidarität und Mitgefühl", sagte Mutter Bärbel Schulze, der es wichtig ist, ihren Kindern Werte zu vermitteln. "Im Glauben und bei den Pfadfindern geht es um das Miteinander", so Vater Ralf Groß. Sein Weihnachtswunsch: "Ein besserer Umgang miteinander im Alltag!"

Erfahren im Umgang mit dem Friedenslicht zeigte sich Familie Zovko. Mutter Dijana, Vater Miroslav und die Kinder Klara (8) und Luka (11) hatten ein eigenes Windlicht mitgebracht, damit die Flamme auf jeden Fall zu Hause ankommt. "Dort stehen mehrere große Kerzen mit einer Brenndauer von bis zu 56 Stunden. Weihnachten kann kommen", sagte Klara, die im nächsten Jahr zur Kommunion geht und sich in Glaubensfragen gut auskennt.

Die Kerzen-Nachfrage indes war enorm: Rund 75 Stück verkaufte Manfred Driskes, Gruppenleiter der St. Töniser Wölflinge, im Vorraum der Kirche.

(RP/rl)