Stadt Willich: Ein Haus für junge behinderte Menschen

Stadt Willich: Ein Haus für junge behinderte Menschen

Die Verwaltung stellte ein Wohnprojekt vor, das "Am Hüevel" in Neersen entstehen könnte.

Auf der Fläche des früheren Spielplatzes "Am Hüevel" in Neersen soll ein Haus für eine Wohngruppe junger Menschen mit Behinderungen entstehen. Die Politiker im Sozialausschuss befürworteten ein von der Verwaltung vorgestelltes Projekt.

Im November 2017 hatte sich eine Elterngruppe bei der Stadt gemeldet, deren Kinder zwischen 17 und 18 Jahren mit Behinderungen leben, die sie im Alltag einschränken. Diese jungen Leute kommen aus Meerbusch, Tönisvorst, Mönchengladbach, Grevenbroich und Willich. Sie sind eine feste Gemeinschaft, weil sie eine Klasse der Hephata-Schule in Mönchengladbach besuchen und in den nächsten zwei bis drei Jahren die Schule beenden werden. Danach werden sie in unterschiedlichen Werkstätten arbeiten.

Die Eltern möchten vermeiden, dass die Gemeinschaft ihrer Kinder durch die verschiedenen Wohnorte der Eltern auseinandergerissen wird. "Den Eltern ist es sehr wichtig, diese gewachsene, vertraute Gemeinschaft, die sich auf die kompletten Familien bezieht, erhalten zu können", so die Verwaltung in ihrer Vorlage. Sie seien an die Stadt herangetreten, weil sie das Grundstück in Neersen für gut geeignet halten: Es liegt zentral in einem gewachsenen Wohngebiet, die umliegende Bebauung und der Verkehr sind übersichtlich und würden idealerweise ein möglichst eigenständiges, integriertes Wohnen unterstützen. Die jungen Leute sollen in eigenen Wohnbereichen mit einem gemeinschaftlichen Wohnzimmer und einer Gemeinschaftsküche leben. Sie würden nachts und im Krankheitsfall auch tagsüber durch eine Betreuungsperson begleitet. Die Hephata-Stiftung würde diese Betreuungspersonen stellen, allerdings hat jeder Bewohner das Recht, seinen Betreuungsdienstleister frei zu wählen. Der Fachberater Hans-Will Pastors der Stiftung begleitet seit über 20 Jahren den Aufbau neuer Wohnprojekte für Menschen mit Einschränkungen und würde auch die Elterngruppe begleiten.

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Die denkbaren Modelle: Ein Elternteil, das beruflich mit Hausverwaltung und Bau zu tun hat, könnte das Grundstück von der Stadt kaufen, bauen und die Appartements an die jungen Menschen vermieten. Die Eltern könnten sich aber auch zu einem Verein zusammenschließen, der das Projekt realisiert.

Aus Sicht der Willicher Verwaltung wäre das Grundstück am Hüevel ideal für das Projekt. Die Umsetzung würde keine Mehrkosten für die Stadt bedeuten. Die würde eine reguläre Kaufpreis-Einnahme erhalten und dazu Belegungsrechte - ohne Kosten für das Gebäude im Haushalt einplanen zu müssen. Die Politiker beauftragten die Verwaltung, das Projekt zu verfolgen.

(djm)