1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Stadt Willich: Ein fröhliches närrisches Potpourri

Stadt Willich : Ein fröhliches närrisches Potpourri

Bei der Galasitzung der KG Edelweiß ging es Schlag auf Schlag. Es gab stehende Ovationen für die Akteure. Am Ende wurde es allerdings wehmütig: Man musste Abschied nehmen vom Kaisersaal Schiffer.

Zu einem souveränen und groß gefeierten Heimsieg kam am Wochenende das Willicher Prinzenpaar Wolfgang I. und Sabine II. Wolfgang Pape ist seit Jahren Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Edelweiß, die zu ihrer Galasitzung eingeladen hatte. Mit stehenden Ovationen feierten die etwa 350 Besucher im Kaisersaal die dort längst bekannten Gesichter. Sichtlich gerührt nahm vor allem die Prinzessin den großartigen Empfang entgegen.

Bei der nicht ganz ausverkauften Sitzung ging es Schlag auf Schlag, wurde einem fürs Auge und Ohr einiges geboten. So als eine "erotische Nutzfläche pur" die Bühne betrat. Als "Et Vingströschen" suchte Sabine Holzdeppe aus Bergisch-Gladbach einen Mann. Das nur 1,62 Zentimeter kleine aber von der Statur her mächtige "Knubbelpaket" fühlte sich von Amor gemobbbt, hatte aber schnell im Saal einige Sympathisanten gefunden, so Manni und Harry.

Angeführt wurde der kurzweilige Abend von Erik Ammerahl, der auch das Programm zusammengestellt hatte. Der 50-jährige Außendienstler hatte an dem Abend noch einen anderen "Termin". Gemeinsam mit Sandra Strocks-Nelke präsentierten sich die beiden wieder als Minchen und Finchen, als die zwei Raumpflegerinnen vom Kaisersaal. Und da es die letzte Edelweiß-Sitzung in diesem Saal war (das Eigentum wechselt zum 1. März), sahen sich die Zwei nach einer Alternative um. Wie wäre es mit der Kulturhalle? Dazu Erik, alias Minchen: "Eher wird Josef Heyes Bundespräsident, als dass er uns Willicher mit unserem Migrations-Hintergrund in den Schiefbahner Saal lässt..."

Inmitten der Show der Prinzengarde oder den Späßen des auf Rollerblades hereinkommenden Feuerwehrmannes Kresse (Klaus Böhneke) hatte ferner ein Mitglied der königlichen Familie gleich mehrere Auftritte: Tochter Kerstin Pape (26) tanzte erst gemeinsam mit Michelle, Patrizia, Jasmin, Linda und noch einmal Michelle in der Edelweiß Tanz- und Showgarde, ehe sie dann wieder gemeinsam mit ihrer Schwester Stefanie (30) zur Ministerin ihrer Eltern wurde. Auch Bruder Holger (32) hatte seinen Posten weg: er war für seine Eltern der Chauffeur und Caterer. Mit zum Kabinett gehörte außerdem Prinzenführer Dr. Andreas Theisen.

Da die Gesellschaft im vorigen Jahr groß ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert hatte, waren noch einige Jubiläumsorden übrig. Diesen verdiente sich ebenfalls Olaf Sander. Der Parodist aus Rheine brachte bei seiner Revue unter anderem Helge Schneider, Mallarco-König Drews und den "John Travolta des Nordens", Udo Lindenberg, in den Kaisersaal. Prinz Wolfgang I. ist nicht nur Edelweiß- und ein Betriebsratsvorsitzender. Er spielt auch die Querflöte im Bundesspielmannszug "Treu zu Osterath". Diesmal zog die Formation ohne einen ihrer Flötisten ein, sorgte aber gleich zu Beginn für erste Stimmung unter den teilweise kostümierten Jecken. Etwas größer war da schon das etwa 80-köpfige Karnevals Korps "Oecher Storm", das sich gegenseitig durch die Gegend warf oder halsbrecherische Figuren zeigte. Tanzmajor Marko saß im Spagat und hielt dabei mit den Armen sein Mariechen Inga in die Höhe. Auch diese Aachener Abordnung hatte sich den langanhaltenden Beifall verdient. Zum Schluss wurde es dann etwas wehmütig. Erik Ammerahl bat Saal-Wirt Heinz Schiffer auf die Bühne, dankte ihm und seiner Frau Brigitte für die "Herberge" und die Unterstützung. Ammerahl erinnert an das Jahr 1968, als damals noch Christel Hötz die erste Edelweiß-Sitzung nach dem Zweiten Weltkrieg präsidierte.

Aber auch schon davor hatte der damalige Theaterverein Edelweiß im Kaisersaal seine Aufführungen. Gemeinsam mit dem übrigen Elferrat wurde ein Transparent ausgerollt, darauf stand: "Vielen Dank an die Familie Schiffer". Dafür gab es viel Applaus. Noch gibt es den Kaisersaal aber noch. Und dort lädt Edelweiss noch am Karnevalssamstag, ab 20 Uhr, zu einem Kostümball ein.

(wsc)