Die „Wenyuan Chinesische Schule“ ist in Willich eingeweiht worden.

Bildung: Eine Schule in der Schule

Die „Wenyuan Chinesische Schule“ ist offiziell eingeweiht worden. Im Neubautrakt der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule starten im September über 100 Kinder in acht Klassen mit ihrer Muttersprache.

Wenn sich freitagmittags nach der letzten Schulstunde die Türen der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule für das Wochenende schließen, geht die Tür am Neubautrakt des Schulkomplexes ab September jeden Samstag um 10 Uhr wieder auf. Dann beginnt in acht Klassenräumen der Unterricht auf Chinesisch. Die Schiefbahner Gesamtschule hat einen Untermieter, dessen Einzug jetzt mit einer Einweihungsfeier und einem Informationsnachmittag gefeiert wurde: die „Wenyuan Chinesische Schule“.

„Sich mit der Heimat identifizieren geschieht über Sprache. Um die Kultur seiner Eltern zu verstehen, bedarf es der Sprache“, betonte Willichs Bürgermeister Josef Heyes, der auch Schirmherr der Schule ist, im Forum der Gesamtschule, in dem sich Dutzende von chinesischen Kindern mit ihren Eltern eingefunden hatten. Die Idee, eine solche Sprachschule in Willich anzusiedeln, gibt es bereits seit Jahren. „Schon vor über zehn Jahren gab es im St.-Bernhard-Gymnasium eine kleine Sonntagsschule mit 15 bis 20 Schülern. Das verlief sich aber“, berichtete Heyes. Ende vergangenen Jahres trat Yine Zhang an den Bürgermeister heran, um den lange gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. Zhang ist Geschäftsführer der N&H Technology GmbH, die im Stahlwerk Becker ansässig ist. „Wir wollten gern eine chinesische Schule in Willich ansiedeln, weil hier der Bedarf gegeben ist. Die nächste Schule befindet sich in Krefeld und eine weitere, größere Schule in Düsseldorf“, sagt Zhang, der bereits vier Jahre lang eine chinesische Schule leitete und nun Leiter der Willicher Einrichtung ist.

Die Stadt Willich machte sich auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. „Wir haben uns drei Schulen angeschaut. Als aber klar wurde, wie groß die chinesische Schule starten würde, kam nur noch eine Schule infrage. Da dort auch der Schulleiter dem Ganzen offen gegenüber stand, fiel die Entscheidung schnell“, sagte Bernd Hitschler, Leiter des Geschäftsbereiches Schule, Sport und Kultur der Stadt Willich. Der Vorteil der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule ist zudem, dass der Neubauteil losgelöst von der restlichen Schule genutzt werden kann. Er verfügt über einen eigenen Eingang und eigene sanitäre Anlagen. So muss samstags nur dieser Bereich geöffnet werden, wobei der Sprachschule acht Klassenräume sowie ein Nebenraum als Büro und Lehrerzimmer zur Verfügung gestellt werden. Die chinesische Bibliothek, die die neue Schule mitbringt, wird in die Bibliothek der Gesamtschule integriert.

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„Wir freuen uns sehr über die gute Kooperation mit der Schule und der Stadt Willich“, hob Zhang hervor. Eduardo Träger, der sich auf die Zusammenarbeit freut, sieht neben der räumlichen Nutzung weitere Kooperationsmöglichkeiten für die Gesamtschule. „Wir sind derzeit in Gesprächen für eine Chinesisch-AG an unserer Schule“, berichtete der Schulleiter der Gesamtschule.

Die „Wenyuan Chinesische Schule“ startet im September mit über 100 Schülern, wobei in zwei großen Altersklassen mit unterschiedlicher Stundenzahl gearbeitet wird. Auf der einen Seite sind es die drei- bis neunjährigen Schüler, die, auf verschiedene Klassen altermäßig aufgeteilt, drei Unterrichtsstunden haben werden. Auf der anderen Seite sind es Schüler von zehn bis 16 Jahren, die mit vier Stunden und mehr arbeiten werden. Wobei unter anderem Fächer wie chinesische Literatur, Technik und Wirtschaft auf dem Stundenplan stehen. Insgesamt 15 Lehrer werden die acht Klassen unterrichten.

Träger der privat-gemeinnützigen Wenyuan Chinesischen Schule ist die Yiyuan Kultur und Bildung gGmbH aus Willich, die sich seit 2012 für die Förderung von Bildung und Toleranz, dem Austausch auf den Gebieten Kultur und Bildung, sowie der Völkerverständigung einsetzt. Für die Schüler fällt ein Schulgeld von drei Euro pro Unterrichtsstunde an.