Die von Nabu-Naturtrainerin Elita Grafke ins Leben gerufene Ausstellung „Wilder Müll“ zieht große Kreise

Naturschutz : Sparen für eine große Plakataktion

Die von Nabu-Naturtrainerin Elita Grafke ins Leben gerufene Ausstellung „Wilder Müll“ zieht große Kreise. Die Schiefbahnerin möchte die Aktion, die sich mit den Folgen wild entsorgten Mülls für Tiere beschäftigt, ausbauen.

„Bevor du bauen willst, muss die Finanzierung stehen“, sagt Elita Grafke. Die Aussage der Naturtrainerin des Naturschutzbundes Nabu Willich löst ein Lächeln bei der Willicher Verwaltungsspitze und Dirk Schumacher, Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Willich, aus, die sich allesamt vor der Ausstellung „Wilder Müll, eine lebensbedrohliche Gefahr für Tiere“ in der Eva-Lorenz-Station in Neersen eingefunden haben. Bauen im herkömmlichen Sinne will Elita Grafke zwar nicht, aber um einen Ausbau handelt es sich dennoch. Und für den hat die Naturtrainerin jetzt 1500 Euro von der Sparkasse Krefeld erhalten – ein weiterer Baustein, um ein Projekt zu realisieren, das der Schiefbahnerin schon länger im Kopf herumgeht.

„Mit der Ausstellung rund um den wild entsorgten Müll und dessen Folgen für die Tierwelt erreichen wir schon viele Menschen. Ich möchte aber gerne noch mehr Bürger für das Thema sensibilisieren und verdeutlichen, was es heißt, wenn ein Becher, eine Dose, ein Verschlussring oder eine Zigarettenkippe achtlos weggeworfen werden“, sagt Elita Grafke. Sie plant eine Plakataktion unter dem Titel „Warst du das?“ und möchte zudem einen Flyer entwickeln, der Anglern schon beim Ablegen der Prüfung an die Hand gegeben werden soll. Denn was Angelschnüre und -haken, die einfach in der Natur zurückgelassen werden oder sich beim Auswerfen in Bäumen verheddern, abgeschnitten werden und in den Ästen hängend anrichten können, verdeutlicht sie in der Ausstellung ebenfalls. Dazu kommt ein weiteres hochaktuelles Thema, das die Schiefbahnerin in die Wilde-Müll-Ausstellung aufgenommen: Luftballons. Bei Hochzeiten und anderen Events ist es beliebt, zahlreiche Ballons in den Himmel steigen zu lassen. Ein schöner Anblick, der aber für etliche Todesfälle in der Natur sorgt. Irgendwann kommen die Ballons wieder runter und stellen eine leere Latexhülle mit einem Band daran dar. Tiere verheddern sich nicht nur in den Bändern, sondern fressen die Ballonreste. Im Magen verstopft das Material diesen und führt zum Tod. Auch wenn Latex ursprünglich ein natürliches Material ist, so wird es nicht schnell genug abgebaut. Es blockiert einen Tiermagen zu lange, und das Tier verhungert elendig. Auch Nutztiere wie Ziegen und Kühe fressen auf den Wiesen solche Reste und sterben daran. „Ich glaube vielen Menschen ist gar nicht klar, was sie anrichten, wenn sie aus Anlass eines freudigen Ereignisses gut gelaunt Ballons steigen lassen, Müll achtlos in der Natur wegwerfen oder Angelschnüre und Haken zurücklassen. Ich glaube nicht, dass sie Tieren absichtlich schaden wollen. Ich möchte diese Problematik ins Bewusstsein bringen, zeigen, was passiert, und damit sensibilisieren“, betont Elita Grafke.

Statt erhobenem Zeigefinger setzt sie auf Aufklärung, um zum Nachdenken und zu einem anderen Handeln anzuregen. Wenn man auf die Probleme schon Kinder aufmerksam mache, ist sich die Naturtrainerin sicher, werde das Problem wilder Müll in der Natur verkleinert und vielleicht irgendwann ganz aus dem Weg geschafft. Zusammen mit ihrem Mann Bernd bietet die Nabu-Naturtrainerin Schulen und Kitas sowie weiteren Gruppen kostenlose Führungen durch die Ausstellung an. Mit der geplanten Plakataktion, für die die Stadt Willich bereits zugesagt hat, die Druckkosten zu übernehmen und einen Teil der Plakatverteilung an Schulen und Kitas umzusetzen, möchte Elita Grafke außerhalb der Ausstellung sensibilisieren. Das Geld vom Umweltpreis der Stadt Willich, den sie im vorigen Jahr erhielt, fließt ebenfalls in die neue Aktion. Dazu kommen weitere Spenden.

Mit einem Fachmann sollen die Plakate und der Flyer jetzt entworfen werden. „Mein Traum wäre es, wenn wir auch Großplakatflächen anmieten könnten. Verhandlungen mit entsprechenden Anbietern stehen an“, sagt Elita Grafke. Zudem möchte die Naturtrainerin eine Internetseite zum Thema aufbauen.

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