Die Verwaltung rechnet mit einer deutlich höheren Kostenbeteiligung der Anlieger für den Ausbau der Willicher Straße in Schiefbahn

Schiefbahn : Straßenerneuerung wird deutlich teurer

Die Verwaltung rechnet mit einer deutlich höheren Kostenbeteiligung der Anlieger für den Ausbau der Willicher Straße in Schiefbahn. Die Bürger sollen demnächst informiert werden.

Die Willicher Verwaltung soll eine Bürgerinformation zur Ausbauplanung für die Willicher Straße entlang des Neubaugebietes „Schiefbahner Dreieck“ und bis zur Korschenbroicher Straße organisieren. Diesen Auftrag, den Sascha Faßbender (CDU) eigentlich unter dem planungsrechtlich festgelegten Begriff „Bürgerbeteiligung“ angeregt hatte, verabschiedete der Planungsausschuss jetzt einstimmig. Erst danach wollen die Politiker über die Ausbauplanung, die die Stadtverwaltung vorgestellt hatte, abstimmen.

Der Knackpunkt sind die Beitragskosten, die die Stadt von den Anwohnern nach Abschluss des Ausbaus erheben will. Diese liegen bei etwa 23,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Angelika Baumbach (FDP) monierte, dass in der ersten Bürgerbeteiligung zum „Schiefbahner Dreieck“ vor mehreren Jahren ein deutlich geringerer Betrag genannt worden ist – damals hatte die Verwaltung mit sechs Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche kalkuliert. Andreas Hans (Geschäftsbereichsleiter Straßen und Verkehr) sagte, das sei 2013 nur eine Schätzung gewesen – konkrete Zahlen habe man ohnehin erst nach einer festen Planung sagen können. Diese Planung umfasst heute eine Fläche, die deutlich größer ist als damals angenommen. Außerdem seien die Baukosten insgesamt deutlich gestiegen – im Straßenbau von 120 Euro pro Quadratmeter auf heute 200 Euro.

Eine formale weitere „Bürgerbeteiligung“ war für Andreas Hans nicht möglich, weil über den Kanalbau im Jahr 2017 bereits grundlegende Strukturen für die neue Straße gelegt worden seien. Diese sind nicht mehr veränderbar. Dennoch wollte Ulrich Bünstorf (SPD) versuchen, Bürgermeinungen aus der „Bürgerinformation“ nach Möglichkeit noch in den Planungsprozess zu integrieren.

Die vorgestellte Planung sieht eine 6,5 Meter breite Fahrbahn mit einem aufgepflasterten Minikreisverkehr in Höhe des Picassoweges/Augustinerinnenstraße vor. Dieser Mini-Kreisverkehr soll die Autos auf der Willicher Straße verlangsamen. Weiteres Ziel ist es, die Straße über eine neue und mehr Straßenlaternen (13 statt bisher vier) besser auszuleuchten. An beiden Seiten soll je ein etwa zwei Meter breiter gepflasterter Radweg verlaufen, daneben ein circa 1,5 Meter breiter Gehweg. Auf beiden Seiten sind zudem Parkplätze vorgesehen. Die Straße soll mit sieben Baum-Pflanzbeeten gestaltet werden.

Das Zeitfenster sieht vor, dass die Straßenbauarbeiten vom Rubensweg bis zum Ende der westlichen Bebauung 2021 vorgenommen werden. Danach muss noch der neue Kreisverkehr an der Korschenbroicher Straße mit den verschiedenen geplanten Ausfahrten gebaut werden.

Hagen Becker von den Grünen äußerte noch den Vorschlag, die Radwege zu asphaltieren, weil die Fahrfläche nicht so uneben sei wie bei einer Pflasterung. Das soll in der Bürgerinformation ebenfalls vorgestellt werden – und erst mit den Erfahrungen aus dieser Veranstaltung weiterentwickelt werden.

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