Stadt Willich: Die Stadtschmiede schließt ihre Türen

Stadt Willich: Die Stadtschmiede schließt ihre Türen

Das Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule Niederrhein und der Stadt Willich läuft Ende März aus. In dem Raum an der Bahnstraße konnten sich Bürger über die Innenstadtentwicklung informieren und eigene Ideen einbringen.

Mit Verbesserungsvorschlägen, kleinen und großen Anliegen, saftigen Beschwerden, aber auch mit Lob kamen in den vergangenen dreieinhalb Jahren viele Willicher Bürger in die "Stadtschmiede" an der Bahnstraße, die ganz unscheinbar in einem ehemaligen Ladenlokal untergebracht ist. Jeannette Weber und Martin Platzer haben stets ein offenes Ohr für die Anlieger ihrer Gäste. Doch das Kooperationsprojekt zwischen dem Kompetenzzentrum "Social Urban Design" der Hochschule Niederrhein und der Stadt Willich läuft Ende März aus.

Initiiert worden war das Projekt "Stadtschmiede", um möglichst viele Bürger in den Stadtentwicklungsprozess der Willicher Innenstadt einzubeziehen. 2012 war ein integriertes Handlungskonzept verabschiedet worden, das zahlreiche Projekte zusammenführt: Bauliche Maßnahmen, die Umgestaltung von Plätzen und Straßen, eine Neuordnung des Verkehrs. Ein Quartiersbüro war Teil des Konzeptes und hat die Innenstadtentwicklung begleitet. Im Jahr 2014 wurde zudem die Stadtschmiede installiert. Dort konnten Bürger Fragen stellen, Kritik einbringen "und so niedrigschwellig mit Themen der Stadtentwicklung in Kontakt zu kommen. Andererseits initiierte die Stadtschmiede gezielt Bürgerbeteiligung: Mal in eher formellen Aktionen, mal informell. So gestaltete sie zum Beispiel den Bürgerbeteiligungsprozess zur Umgestaltung des Marktplatzes, begleitete unter dem Label ,Platzmacher' aber auch Ideen aus den Reihen der Bürger zur Belebung der Innenstadt", so Michael Pluschke, Pressesprecher der Stadt Willich. Das Ziel sei es immer gewesen, eine lebendige Innenstadt für die unterschiedlichen Nutzergruppen zu gestalten.

Lebhafte Diskussionen gab es in und vor der Stadtschmiede zum Thema Marktplatz-Umgestaltung. Foto: Marc Schütz

In den dreieinhalb Jahren, in denen es die Stadtschmiede gab, hat sich in der Alt-Willicher Innenstadt einiges verändert: Der Kaiserplatz wurde umgestaltet und mit seniorengerechten Möbeln ausgestattet, die Nachbarschaft gestaltete eine Mauer mit Bilderrahmen und einem großformatigen Sofa-Bild, um einen Treffpunkt für weitere gemeinsame Aktionen zu schaffen, auf der Peterstraße wurde ein öffentlicher Bücherschrank in einer ausrangierten Telefonzelle eingerichtet, am Domgarten wurde eine Boulebahn angelegt, und jetzt gibt es eine weitere wichtige Baustelle: die Umgestaltung des Marktplatzes, die in der Stadtschmiede eines der beherrschenden Themen war. Denn ähnlich wie die Neugestaltung des Kaiserplatzes stößt auch das Vorhaben Markt-Umbau nicht überall auf Verständnis. Auch die Frage, ob der Marktplatz autofrei sein soll oder nicht, wurde in der Stadtschmiede oft heiß diskutiert. Und dann war da ja noch die Fällung der Kugelahorn-Bäume ...

Jeannette Weber und Martin Platzer brauchten manches Mal ein dickes Fell, wenn Bürger ihren Unmut äußerten. Nun, da das Projekt "Stadtschmiede" ausläuft, macht sich Jeannette Weber übrigens in Amsterdam mit einem Büro selbstständig, und der unlängst Vater gewordene Martin Platzer schlägt Wurzeln und zieht mit seiner kleinen Familie nach Willich und arbeitet weiter an der Hochschule Niederrhein und an Projekten in Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach.

Und was kommt nach der "Stadtschmiede"? Die Stadt Willich werde nun die weiteren Projekte des Integrierten Handlungskonzeptes sukzessive umsetzen, so Pressesprecher Pluschke. Und wer sich weiter einbringen möchte, kann sich fortan bei Sara Caspari (Bereich Stadtplanung, Tel. 02154 949371) und City-Managerin Christel Holter (Tel. 02154 949337) melden, die sich mit dem Team Innenstadt um die Entwicklung des Willicher Ortszentrums kümmern.

(RP)