Die Stadt wollte Bürger ins Boot holen, an der Umgestaltung des Kurt-Schumacher-Parks in Schiefbahn mitzuwirken

Schiefbahn : Schumacher-Park soll schöner werden

Die Stadt Willich wollte Bürger ins Boot holen, an der Umgestaltung des Schiefbahner Parks mitzuwirken. Das Interesse hält sich jedoch in Grenzen. Und manche Wünsche sind recht unrealistisch.

In Neersen gibt es bereits das „Netzwerk Neersen“. Und das Projekt „Miteinander leben und altern“ mit dem Aufbau eines entsprechenden Netzwerks wird derzeit auch für Schiefbahn umgesetzt. Bei einem Treffen im Freiwilligenzentrum in alten Schiefbahner Rathaus ging es jetzt um die Umgestaltung des Kurt-Schumacher-Parks. Konkrete Vorschläge waren im vergangenen Jahr im Rahmen einer Bürgerwerkstatt gesammelt worden. Wer diesen Termin versäumt hatte, konnte seine Ideen aufschreiben und den Zettel in eine der Wunschboxen werfen. Die Gruppe, der jetzt die Quartiersentwicklerin Jeannette Neubauer die Ergebnisse vorstellte, sollte sich eigentlich in kleine Arbeitsgruppen aufteilen. Aber es sollte ganz anders kommen.

Jeannette Neubauer hatte geahnt, dass es keine Massenveranstaltung werden würde. Rund ein Dutzend Menschen – mehr waren nicht gekommen, um an diesem Pilotprojekt teilzunehmen. Darunter waren fünf Anwohner, denen der Park im wahrsten Sinne des Wortes schlaflose Nächte bereitet – durch die Lärmbelästigung, die von dem früheren Schiefbahner Friedhof oft bis spät in die Nacht ausgeht. Die Anwohner zeichneten ein trostloses Bild, dominiert von alkoholkranken und drogensüchtigen Menschen, die schamlos ihre Notdurft im Kurt-Schumacher-Park verrichten. Anwohner Thomas Hüsgen gestand: „Wir Anwohner werden wohl die Rolle der Spaßbremsen übernehmen.“ Hüsgen zweifelt die Aussagekraft der Wünsche, die bis jetzt gesammelt wurden, an: „Wenn vier Personen etwas wollen, ist das nicht repräsentativ.“

Nur etwa ein Dutzend Bürger kamen zur Vorstellung der ersten Ergebnisse zur Umgestaltung des Kurt-Schumacher-Parks. Foto: Norbert Prümen

Tatsächlich stehen auf dem „Wunschzettel“ Ideen, die fast ausschließlich von ganz wenigen Personen geäußert wurden. Fitnessparcours, Essbare Stadt, Hochbeete für Gemüse und Kräuter, naturnahe Bepflanzung für Insekten, Lesungen, Kinderfeste, öffentliche Toiletten, regelmäßige Kontrollen, W-Lan, Barrierefreiheit, so lauteten unter anderem die Wünsche.

Eigentlich war jetzt die Bildung von unterschiedlichen Arbeitsgruppen vorgesehen, die sich einzelne Themenbereiche vornehmen sollten. Doch dazu kam es, auch aufgrund der sehr begrenzten Zahl an Teilnehmern, nicht. Stattdessen soll es mit der großen Gruppe weitergehen. Was außerdem vereinbart wurde: Im Vorfeld sollen jetzt Wünsche, die keine Chance auf Umsetzung haben, aussortiert werden. Fritz Friedrich von der Stadtverwaltung machte deutlich, dass in der Verwaltung die Geschäftsbereiche Landschaft und Straßen, Schule, Sport, Kultur sowie Jugend und Soziales eingebunden seien und dass Entscheidungen in den einzelnen Ausschüssen erfolgen werden. Anders ausgedrückt: Von heute auf morgen wird der Park nicht umgekrempelt werden.

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