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Die SPD Willich hatte zum Neujahrsempfang eingeladen.

Willich : Lukas Maaßen: Die Zeit der faulen Kompromisse muss vorbei sein

Die Willicher SPD hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. 200 Gäste kamen. Der neue Parteivorsitzende Maaßen will Vertrauen der Bürger in die Politik stärken.

Lukas Maaßen, neuer SPD-Vorsitzender in Willich, 27 Jahre alt und beruflich PR-Mitarbeiter bei der Gewerkschaft der Polizei im Landesverband NRW, appellierte beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten auch an diejenigen mit anderen Parteibüchern, künftig alles und mehr zu tun, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen. Die Zeit der faulen Kompromisse, des nicht Zuhörens und des Abkapselns müsse, so Maaßen, vorbei sein. Das Misstrauen gegenüber Politikern lasse sich nur bekämpfen, „wenn wir mehr in die Vereine, Betriebe und Kneipen gehen, den Menschen zuhören und ihre Sorgen wirklich ernst nehmen“. Mit einzelnen Sprechstunden, etwa in den Wahlkreisbüros, sei es nicht getan.

Das Zuhören wurde beim gut besuchten Neujahrsempfang im Gründerzentrum an der Gießerallee in Willich schon einmal in kleinen Gesprächsgruppen beherzigt. Etwa 200 Gäste kamen, darunter neben Bürgermeister Josef Heyes Vertreter aller dem Rat angehörenden Fraktionen, außerdem Abordnungen von Schützen, DRK, Feuerwehr oder von weiteren Brauchtums-, Sport- und Kulturvereinen. Unter anderem war auch Grefrather SPD-Mitglieder gekommen.

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Alle Willicher Stadtteile waren vertreten. Angefangen beim Chef des Schiefbahner Handels, Rainer Höppner, über Gesamtschul-Leiterin Ute Will-Nieding, dem Vorsitzenden des Anrather Männerchores „Orpheus“, Bernd Straeten, bis zu Vorständlern des Deutsch-Lettischen Freundeskreises.

Ehe die junge Willicher Band „Breathe“ mit Sängerin Julie Schriewer, Gitarrist Tim Stoppe und Drummer Jannik Pütz den Abend begleitete, wünschte auch der ehemalige Parteivorsitzende und Willichs Vize-Bürgermeister Dietmar Winkels ein gesundes und friedvolles Jahr 2019.

Zurück zu Lukas Maaßen, der davon sprach, dass sich große Teile der Bevölkerung von den Politikern nicht mehr wahrgenommen und repräsentiert fühlten. Man dürfe sich nicht länger den Kritikern oder Populisten abwenden, müsse es schaffen, mit ihnen den Dialog zu führen und ihnen nicht nur oberflächlich begegnen.

Es wurde ein geselliger und unterhaltsamer Abend. Auf Nachfrage war kurz die im Herbst 2020 stattfindende Kommunalwahl ein Thema. „Wir werden in diesem Frühjahr über unser neues kommunalpolitisches Programm reden und dann auch entscheiden, ob wir einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen oder nicht“, sagte Lukas Maaßen.

Im Jahr des hundertjährigen Bestens der SPD Willich mit ihren derzeit rund 210 Mitgliedern bekräftigte Bernd-Dieter Röhrscheid (72) seinen Entschluss, mit der nächsten Kommunalwahl aufzuhören. Röhrscheid ist ununterbrochen seit 1989 der SPD-Fraktionsvorsitzende. Der ehemalige Lehrer des St.-Bernhard-Gymnasiums glaubt, dass seine SPD in Willich auch zukünftig gut aufgestellt sei, zumal jetzt engagiert einige junge Leute in Partei und Fraktion mitarbeiten.