Stadt Willich: Die Sorgen mit dem Alleenradweg

Stadt Willich: Die Sorgen mit dem Alleenradweg

Wie schwer es ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen, das musste jetzt die CDU Willich erfahren. Das Thema: Der geplante Alleenradweg auf der stillgelegten Bahntrasse Krefeld-Mönchengladbach.

Schon bei einer vorab stattgefundenen Informationsveranstaltung stellte die Fraktion fest, dass es seitens der Bürger Bedenken, Anregungen und Wünsche gab. Daher lud die CDU jetzt zu einer Fahrradtour vor Ort ein, bei der bestimmte Punkte des möglichen Alleenradweges angefahren wurden. Ein jeder Bürger konnte sich zu den Planungen äußern. Das wurde schon am Startpunkt, den Votzhöfen, getan.

Ein Biotop geht verloren

In der Nähe der Autobahnunterführung würde der Alleeradweg starten und durch die Felder auf der alten Trasse in Richtung der L 26N führen. "Gerade dieses Stück ist ökologisch sehr wertvoll. Holzt man hier für den Radweg, so geht ein Biotop verloren, das so schnell nicht wiedergebracht werden kann", sagte Harry Abraham vom Nabu, Ortsgruppe Willich.

Wie wichtig dieses Stück unberührte Natur ist, soll ein biologisches Gutachten von der Biologischen Station in Nettetal zeigen. Das erste Stück des Alleenradweges nicht auszubauen konnte sich Willichs Bürgermeister Josef Heyes vorstellen, da bereits ein über die Hückelsmey führender Radweg von St. Tönis aus in Richtung Willich bestünde. Doch bei dem acht Kilometer lange Radweg, der etwas über eine Million Euro kostet — getragen durch Landesmittel —, kommen noch mehr Sorgen auf.

Die Eigentümergemeinschaft Bahnhof, deren Gärten jetzt am Grün enden und bei einer Gestaltung des Radweges diesen quasi vor der Terrasse laufen hätten, sind von Radlern und Fußgängern, die ihnen beim Kaffee trinken zusehen, nicht sehr erbaut. Und was mit den Parkplätzen am Formerweg im Stahlwerk Becker, die sich die Kleingärtner an ihrer Anlage installiert haben, passiert, steht auch noch in den Sternen.

Genau dort, wo die Trasse den Formerweg kreuzt haben sie eine Grünfläche mit Pavillon samt der besagten gestalteten Parkplätze anlegt. "Wir müssen prüfen, ob seitens der Kleingärtner ein Pachtvertrag für das Gelände mit der Bahn besteht. Möglicherweise könnte man den Alleenradweg drum herum führen", meinte Heyes.

Eins wurde bei der Radtour sichtbar: Es gibt viele Interessensgruppen und Wünsche. Während die einen für einen Alleenradweg plädieren, weil er eine schöne Verbindung zwischen Alt-Willich und Schiefbahn herstelle, so Ingrid Helmes, haben andere ihre Bedenken. "Wir versuchen die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen. Wir wollen schließlich zusammen mit dem Bürger planen", betonte Johannes Bäumges von der CDU.

(RP)
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