Die Senioren-Union im Kreis Viersen verlieh den Gert-Schmitz-Ehrenpreis diesmal dem TV Schiefbahn

Senioren-Union im Kreis Viersen : Ehrenpreis für Integrative Gruppe

Die Senioren-Union im Kreis Viersen verlieh den Gert-Schmitz-Ehrenpreis diesmal dem TV Schiefbahn. Dieser lebt in seiner Integrativen Gruppe die Inklusion.

Zum siebten Mal wurde jetzt der Gert-Schmitz-Preis verliehen – er ging auf Anregung von Werner Hanewinkel, dem Vorsitzenden der Willicher Senioren-Union, zum ersten Mal nach Willich, genauer gesagt nach Schiefbahn: Geehrt wurde von der Kreis-Senioren-Union die Integrative barrierefreie Gruppe des TV Schiefbahn. Denn dort wird Inklusion seit Jahren in vorbildlicher Weise gelebt.

Gert Schmitz, der 2012 starb, war viele Jahre lang Vorsitzender der Senioren-Union des Kreises Viersen. Reinhard Maly, Kreisvorsitzender sowie stellvertretender Landesvorsitzender der Senioren-Union, beschrieb ihn jetzt als engagiert und bürgernah: „Er tat vor allem im sozialen Bereich sehr viel, hat sich immer für Schwächere eingesetzt.“ Maly erklärte, dass mit dem Preis nicht die ganz großen Organisationen ausgezeichnet werden, sondern kleinere wie eben jetzt der TV Schiefbahn.

Im Sitzungssaal des Neersener Schlosses wimmelte es nur so von gelben T-Shirts oder Sweatshirts mit der Aufschrift „TV Schiefbahn – Ja zu Inklusion und Toleranz“. Gesunde Kids tobten mit gleichaltrigen Behinderten herum, die Stimmung war ausgelassen. Mehr noch als der mit 250 Euro dotierte Preis begeisterte sie ein Geschenk, das die Kreis-Senioren-Union mitgebracht hatte: eine riesige Tasche voller Kuscheltiere. Sie schienen binnen weniger Minuten zu besten Freunden geworden zu sein. Bürgermeister Josef Heyes erinnerte an Folgendes: „Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann.“

Die Integrative Gruppe war die Idee von Petra (59) und Stephan Adomeitis (60). Petra Adomeitis hatte zuvor als Integrationshelferin in der Hubertusschule Erfahrungen im Umgang mit behinderten Kindern sammeln können. Die Integrative Gruppe gibt es seit 18 Jahren.

Dass es längst noch keine Selbstverständlichkeit ist, dass in einer Gruppe gesunde Kinder und Kinder mit einem Handicap Sport treiben, macht die Tatsache deutlich, dass die Kids neben Willich auch aus Städten wie Mönchengladbach, Düsseldorf oder Neuss kommen.

Dieser Satz erschreckt und macht deutlich, dass Kindern, die in irgendeiner Weise behindert sind, sei es körperlich oder geistig, immer noch nicht in angemessener Weise begegnet wird: „Unter Hitler wäre Ihr Kind vergast worden – das haben wohl alle betroffenen Eltern schon einmal zu hören bekommen“, erklärte die Geschäftsführerin des TV Schiefbahn, Ulrike Bamberg (59) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wesentlich erfreulicher: „Im November wird es einen dreitägigen Workshop mit dem Polizeimusikorchester NRW geben, anschließend ist ein Konzert in unserem Vereinsheim an der Siedlerallee geplant, an dem auch die Kinder mit und ohne Behinderung teilnehmen“, erzählte Stephan Adomeitis.

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