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Stadt Willich: Die sardische Sonne über Rheinhausen

Stadt Willich : Die sardische Sonne über Rheinhausen

In der Reihe "Jazz-Frühling" spielten die Saxophonistin Angela Puxi und ihre Band in der Motte von Schloss Neersen.

Eine reine Jazzerin ist Angela Puxi nicht. Und sie ist auch nicht die typische Saxophonistin, die mit dem Real Book im Kopf den Jazz-Standards neues Leben einhauchen will. Angela Puxi macht am liebsten Smooth Jazz, Lounge, Soul und R&B, aber auch funkige Stücke. Sie sieht sich von den US-amerikanischen Saxophonisten David Sanborn und Dave Koz beeinflusst. Puxis CD bietet Songs, die Einflüsse von 70er-Jahre-Fusion, Neo Soul, aber auch Club-Sounds aufweisen. Mit viel Spielfreude war ihre Band dann auch beim Konzert in der Motte von Schloss Neersen dabei. Die Besetzung mit E-Gitarre und E-Bass stand ganz deutlich im Zeichen von Fusion.

Angela Puxi, geboren in Moers, ist das Kind sardischer Einwanderer. Damit kokettiert sie nicht. Aber sie musste sich ihren eigenen Weg in die Musik erkämpfen und viele Vorurteile und Widerstände überwinden. Mit 15, quasi bei der ersten Unterrichtsstunde an der Moerser Musikschule, stand ihr Berufswunsch fest: Profi-Musikerin. Sie studierte in Dortmund und Arnheim Jazz-Saxophon. Heute lebt sie in Rheinhausen.

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Doch Interpretin von Musik anderer reicht ihr nicht. Für sie war es immer das Wichtigste, ihre eigene Musik zu komponieren und zu spielen. Jahrelang boxte sie sich solo oder im Duo mit Klavier oder Gitarre von Auftritt zu Auftritt. Heute steht sie sehr viel komfortabler da. In Volker Dorsch, ihrem Keyborder, fand sie ein Gegenüber, um gemeinsam aus einer schönen Melodielinie einen satten Song zu schmieden. Heute tritt sie in zwei eigenen Formationen auf, mit Band wie in Neersen oder als Quartett für Nordic- und World Music (ihre nächste CD erscheint im Sommer). Mit der internationalen Band Yello war sie 2017 auf Europa-Tournee.

Zu ihrer Bühnenshow gehören auch immer die genauen Ansagen. Denn fast alle Songs haben einen besonderen Hintergrund, sei es die enttäuschte Liebe zum kuscheligen Hund Maylow, der Sonnenaufgang beim Übersetzen mit der Fähre nach Sardinien nach einer langen Bahnfahrt oder eine Verbeugung vor dem kroatischen Sänger und Schauspieler Dino Dvornik, der vor zehn Jahren im Alter von erst 44 Jahren starb. Der Band auf der Bühne gelang es, mit den Songs gleichzeitig anzurühren wie anzutreiben. Herzlicher Applaus, eine Zugabe.

Auch wenn Angela Puxi die Reihe des "Jazz-Frühlings 2018" abschloss, hatte Bernd Hitschler, Leiter des Fachbereichs Schule Sport Kultur, eine gute Nachricht: Auch im nächsten Jahr gibt es wieder einen "Jazz-Frühling".

(RP)