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Die Planungen für den Schiefbahner Bürgerbus nehmen Gestalt an.

Ferien-Abc: B wie Bürgerbus : Probefahrt durch Schiefbahn

Die Planungen für den Schiefbahner Bürgerbus nehmen Gestalt an. Ein Verein wurde bereits gegründet, der Streckenverlauf und die Haltepunkte werden ausgearbeitet. Start könnte im Februar oder März sein.

Kürzlich lieh sich der Vorstand des im Mai gegründeten  Bürgerbusvereins Schiefbahn den Bus aus Anrath aus, um die mögliche Route durch diesen Stadtteil schon einmal abzufahren. Noch ist nicht ganz klar, wie viele Haltestellen es geben wird. „Wenn alles normal läuft, könnte der Bus im Februar oder März 2019 durch Schiefbahn rollen“, sagt Franz-Carl Hübner, der schon seit Langem Geschäftsführer der Busvereine in Willich und Anrath ist und nun auch für Schiefbahn diese Aufgabe übernommen hat.

      Vorsitzender des neuen Vereins ist der 69-jährige Ernst Kuhlen, der außerdem seit Langem Chef der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich (vormals Schiefbahn) ist und immer schon ein großer Fürsprecher dieses zusätzlichen Angebots war. 27 Männer und Frauen hatten den Verein im Mai gegründet. Zweite Vorsitzende ist Ulrike Ullmann, Kassenwart Horst Barke, Wagenmeister Jürgen Weiler, Beisitzer sind Franz-Josef Stapel, Björn Falk und Margret Pilger

   Aus den 27 Männern und Frauen sind bis zum heutigen Tag 46 geworden. Unter anderem hatte sich die Technische Beigeordnete der Stadt Willich, Martina Stall, als Fahrerin zur Verfügung gestellt, wenn sie im kommenden Jahr in den Ruhestand geht. Noch kann jeder mitmachen, der etwa zwei Mal in der Woche für längstens etwa zwei Stunden Fahrten übernehmen kann. Hübner: „Die Kosten, sei es für den Medizin-Check, für das Führungszeugnis, für den Personenbeförderungsschein oder für die Umschreibung des Führerscheins auf das Karten-Format, werden vom Verein übernommen.“

   Eigentlich könnte man mit der Zahl der bisherigen ehrenamtlichen Fahrer und Fahrerinnen den Fahrbetrieb gewährleisten. Denn dafür wird mindestens ein fester Stamm von 35 benötigt. Allerdings werden weitere Ehrenamtliche gerne gesehen: Wer noch mitmachen möchte und nicht viel älter als 70 Jahre alt ist, ist zum nächsten Fahrer-Stammtisch eingeladen: am Montag, 30. Juli, ab 18 Uhr, im „Niederheider Hof“, Restaurant Casa Sierra.

    „Gerade erst haben wir die Mitteilung vom Amtsgericht bekommen, dass der neue Bürgerbusverein Schiefbahn ins Vereinsregister eingetragen worden ist“, sagt Hübner. Der entsprechende Antrag an die Bezirksregierung, den Bürgerbus und somit auch die Anschaffung des Busses zu genehmigen, liegt „schubladenreif“ vor. Diesen wird wohl in Kürze der Konzessionsträger, die Stadtwerke Krefeld (SWK), stellen.

   Hübner geht aufgrund seiner Erfahrung davon aus, dass es für den Bus und für eine „Organisationspauschale“ einen Landeszuschuss von etwas über 70.000 Euro geben wird. Und da solch ein spezieller Bus bei entsprechenden barrierefreien Einbauten bis zu 100.000 Euro kosten könnte und auf eigene Kosten die Haltestellen eingerichtet werden müssen, beziffert Hübner den städtischen Zuschuss zu Beginn auf rund 60.000 Euro.

    Der Verein muss einiges selbst leisten, beispielsweise die Spritkosten. Daher sind Sponsoren gerne gesehen. Die Stadtwerke Willich haben schon angekündigt, die Hälfte des Treibstoffes zu übernehmen.

    Wenn die Bezirksregierung das Ganze befürwortet hat, geht es an die Ausschreibung des Busses, dann später um den Umbau.  Parallel dazu wird in Abstimmung mit SWK, dem städtischen Verkehrsplaner Armin Printzen und dem Bürgerbusverein das genaue Routenkonzept ausgearbeitet. „Fast 70 mögliche Haltepunkte haben wir bei unserer Probefahrt ermittelt“, sagt Ernst Kuhlen. Geachtet wurde dabei auch darauf, ob der Bus problemlos alle Kurven schafft. Aus diesen möglichen Haltepunkten werden dann etwa 40 bis maximal 45 Haltestellen werden.

    Vorgesehen sind eine östliche und eine westliche Route. Sie dürfen nicht mit dem bestehenden Busliniennetz konkurrieren. Schnittpunkt beider Routen dürfte an der katholischen Pfarrkirche St. Hubertus sein. Die Ostroute in Richtung Unterbruch könnte unter anderem am Friedhof vorbeiführen, ferner wahrscheinlich über Linsellesstraße, Königs- und Tupsheide, Musch-Siedlung bis zum Fernsehturm. Bei der Westroute könnte es in Richtung Niederheide gehen, über Schul-, Schillerstraße, Wilhelm-Busch-Straße, Diepenbroich, Eschen- und Ulmenweg, Alte Schmiede, Knickelsdorf, Jahnplatz. Natürlich sollen Arztpraxen, Supermärkte oder die Kulturhalle Ziele sein. Ein kompletter Umlauf sollte höchstens eine Stunde dauern.