Hilfsorganisation aus Schiefbahn Leprahilfe unterstützt jetzt auch Leprakranke im Sudan

Schiefbahn · Die Leprahilfe Schiefbahn hat ein neues Projekt. Seit einem halben Jahrhundert unterstützen die Schiefbahner Projekte gegen die Geißel des Mittelalters, die Lepra, in aller Welt — jetzt helfen sie im Sudan.

Dr. Tom Catena mit Patienten seines Krankenhauses im Sudan.

Dr. Tom Catena mit Patienten seines Krankenhauses im Sudan.

Foto: Leprahilfe Schiefbahn

Bislang war die Leprahilfe Schiefbahn im Sudan vor allem mit Hilfsaktionen aktiv, die in Richtung Bildung oder Verbesserung der Lebensbedingungen gingen. So unterstützten die Schiefbahner den Aufbau und Unterhalt einer Schule, die Kindern in der Region eine gute Bildung und damit positive Lebensperspektiven bieten sollte. Unmittelbare Hilfe gegen die Lepra war in den vergangenen Jahren vor allem Richtung Indien gerichtet. Dort unterhält der Lepraarzt Remy Rousselot seit vielen Jahren ein Krankenhaus, in dem er Leprakranke operiert und pflegt, um ihnen ein möglichst gutes Leben mit den Folgen der Krankheit zu ermöglichen.

Jetzt hat die Leprahilfe auch im Sudan, einer schwer von Bürgerkrieg gezeichneten Region in Ostafrika, ein direktes Engagement zur Hilfe gegen die Lepra wiederbelebt. Die Schiefbahner senden Medikamente und Verbandszeug für die Behandlung von Leprapatienten im Wert von 5000 Euro in die Nuba-Berge im Sudan. Dort betreibt der amerikanische Arzt Tom Catena eine Klinik mit 250 Betten, in der derzeit auch rund 50 Leprakranke behandelt werden.

Die in der gesamten Region dringend benötigten Medikamente, Mullbinden und anderen Verbandmaterialien sind im völlig abgeschnittenen Süden des Bürgerkriegslandes auf anderem Wege nicht zu bekommen. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Leprahilfe die Klinik Catenas regelmäßig mit Medikamenten unterstützt. Das Krankenhaus ist die größere von nur zwei Kliniken in einer Region in der mehr als eine Million Menschen leben.

Die Medikamente und das Verbandszeug wird die Leprahilfe in Kooperation mit der Tönisvorster Medikamenten-Hilfsorganisation Action Medeor per Luftfracht auf den Weg nach Juba, einer Stadt im benachbarten Südsudan bringen. Von dort werden die Hilfsgüter als Beifracht mit kleinen Regionalflugzeugen vom Typ Cessna der regionalen Organisation Mission Aviation Fellowship in die Nuba-Berge geflogen, wo sie noch eine bis zu zwölf Stunden dauernde Fahrt auf der Straße zur Klinik von Tom Catena erwartet.

Die Hilfsorganisation aus Schiefbahn bittet hierfür auch um Unterstützung und hofft auf Hilfe durch die Bevölkerung. Einwohner, Vereine, Gruppen oder Institutionen, die das Vorhaben im Speziellen oder die Hilfe der Leprahilfe Schiefbahn im Allgemeinen unterstützten wollen, finden alle notwendigen Informationen auf der Internetseite der Leprahilfe.

Unlängst hatte das Anrather Lise-Meitner-Gymnasium in einem großen Spendenlauf eine Summe von 40.000 Euro zu Gunsten der Leprahilfe eingespielt. Diese wurde zur Unterstützung des Leprahospitals in Indien verwendet und hilft, dort die Lepra zu heilen.

(svs)
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