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Die „Kulturliste Willich“ soll allen Bürgern Zugang zu Kulturveranstaltungen bieten.

Willich : Neues Angebot macht Kultur für alle möglich

Das Freiwilligen-Zentrum hat ein neues Angebot: Die „Kulturliste Willich“ soll allen Bürgern Zugang zu Kulturveranstaltungen bieten.

Ein Theater- oder Konzertbesuch gehört für die meisten Menschen zur Freizeit dazu. Aber es gibt auch etliche Bürger, die sich ein solches Vergnügen nicht leisten können. Das finanzielle Budget reicht dazu nicht aus. Genau hier setzt das neue Projekt des Freiwilligen-Zentrums Willich an: In Zusammenarbeit mit der Stadt ist die „Kulturliste Willich“ am 1. September angelaufen. „Und wir hatten schon die ersten Vermittlungen“, freut sich Melanie Genz, die Leiterin des Freiwilligen-Zentrums. Das heißt: Es gab bereits Bürger, die kostenfrei an kulturellen Veranstaltungen in der Stadt Willich teilnehmen konnten. Denn genau das ermöglicht das neue Angebot.

Die Idee kam vor rund anderthalb Jahren aus der städtischen Kulturabteilung. „Wir haben sie aufgenommen und uns informiert, welche Möglichkeiten es gibt, so etwas auf die Beine zu stellen. Einige Städte verfügen bereits über Kulturlisten. Wir sind nach Ratingen gefahren und haben uns genau erkundigt“, berichtet Angelika Uth-Flatow vom Freiwilligen-Zentrum. Ein solches Angebot benötigt Ehrenamtler, die mit einer Datenbank die Vermittlungen zwischen Nutzer und Kartenkontingent herstellen. Dazu sind Sozialpartner gefragt, bei denen Bürger ihren Antrag abgeben können. Ganz wichtig: Es werden Kulturpartner benötigt, die Karten für kulturelle Veranstaltungen innerhalb der Stadt Willich kostenfrei zur Verfügung stellen.

Durch die städtische Mitarbeit gab es direkt einen Grundstock an Karten. Das Kulturteam stellte Karten für sämtliche Veranstaltungen aus städtischer Hand zur Verfügung. Ob Musik, Lesung, Kindertheater, Kabarett oder Schlossfestspiele – alles ist vertreten. „Wir sprechen derzeit die weiteren kulturtreibenden Vereine an und versuchen, sie als Partner zu gewinnen. Unser Ziel ist es, von jeder Veranstaltung in Willich Karten anbieten zu können“, informiert Genz. Der deutsch-lettische Freundeskreis konnte gewonnen werden, und auch das Begegnungszentrum Krumm ist bereits Kulturpartner.

Das Freiwilligen-Zentrum richtete eine eigene Internetseite für die Kulturliste ins Leben und konnte fünf Ehrenamtler gewinnen, die für das Projekt im Einsatz sind. „Die Ehrenamtler sind quasi die Vermittler zwischen Kulturpartner und dem Kulturgast“, beschreibt Uth-Flatow deren Aufgaben. Die Kulturgäste können auf der einmal zu leistenden Anmeldung für die Kulturliste ankreuzen, für welche Bereiche sie sich interessieren, damit sie zielgerichtet angesprochen werden können, wenn Karten vorliegen. Passen Karten und Kulturgast zusammen, wird er gefragt, ob er den Termin wahrnehmen möchte.

Mit der Datenbank wird sortiert, so dass jeder Kulturgast an die Reihe kommt. Wobei es immer zwei Karten gibt, damit der Kulturgast nicht allein gehen muss beziehungsweise sein Kind oder seinen Enkel bei einer Kinderveranstaltung begleiten kann. Die Karten werden auf den Namen des jeweiligen Kulturgastes hinterlegt, wie es auch für zahlende Gäste der Fall ist. „Keiner weiß also bei der Abholung, dass dahinter ein Kulturgast steht. Niemand wird stigmatisiert“, betont Genz. Wer sich bei der Kulturliste anmelden möchte, muss keinen Nachweis seiner sozialen und finanziellen Hintergründe vorlegen. Das Freiwilligen-Zentrum setzt auf Vertrauen und geht davon aus, dass niemand das Angebot missbraucht. Das Freiwilligen-Zentrum konnte schon etliche Sozialpartner wie Begegnungsstätten, Gemeindezentren und Kitas gewinnen, ist aber weiterhin auf der Suche, um ein breites Netzwerk anbieten zu können, wo sich Kulturgäste anmelden können.