1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Die IHK Mittlerer Niederrhein fordertdie Verlängerung der Krefelder Straßenbahnlinie 041 bis Willich.

IHK-Studie zu Pendlerströmen : Verkehrsinfrastruktur: IHK sieht Handlungsbedarf auch in Willich

Die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein hat Pendlerzahlen ausgewertet und fordert unter anderem die Verlängerung der Krefelder Straßenbahnlinie 041 bis Willich.

Angesichts der Pendlerzahlen und -ströme, die das Statistische Landesamt und die Agentur für Arbeit veröffentlicht haben (die RP berichtete) sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein erheblichen Handlungsbedarf, was die Verkehrsinfrastruktur betrifft. Auch für die Stadt Willich gibt es konkrete Forderungen: den seit Jahren diskutierten Ausbau der Regiobahn S28 von Kaarst über Schiefbahn und Neersen bis Viersen, die Verlängerung der Krefelder Straßenbahnlinie 041 bis Willich oder den Ausbau der Autobahn-Anschlusstelle A44/Kempener Straße.

35.977 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte pendeln jeden Tag in den Kreis Viersen ein und aus. Im Gegenzug verlassen 55.957 Personen den Kreis, um zur Arbeit in einer anderen Stadt oder einem anderen Kreis zu gelangen. Das sind zwei Zahlen, die auch aus der IHK-Broschüre „Wo(hin) die Arbeit ruft“ hervorgehen. „Diese Zahlen zeigen, welchen Belastungen die Verkehrsinfrastruktur ausgesetzt ist.“ Erreichbarkeit sei nicht nur ein elementarer Standortfaktor für die Unternehmen, sondern auch ein wichtiges Kriterium für alle Beschäftigten bei der Auswahl von Wohn- und Arbeitsort, betont Steinmetz. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und mit Blick auf die Ergebnisse der Pendler-Studie fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer mehr Investitionen in die Infrastruktur.

  • Die Stimmung im Einzelhandel hat sich
    Konjunktur im Bergischen Land : Industrie holt auf – Einzelhandel kämpft
  • Dieses Symbolfoto zeigt ein Leerrohr für
    Infrastruktur in Nettetal : Der Ausbau für schnelleres Internet läuft
  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis Viersen sinkt auf 43

Für den Kreis Viersen empfiehlt die IHK den sechsspurigen Ausbau der Autobahnen mit Bezug zu Düsseldorf und Köln (A 44, A 46, A 52, A 57) sowie den Ausbau der Anschlussstelle A 44/L 26 (Willich). Ebenso wichtig ist für die IHK eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Konkret schlägt die IHK vor, die ÖPNV-Taktungen in Viersen an die Taktungen des künftigen Rhein-Ruhr-Expresses mit seinen Haltepunkten in Köln, Düsseldorf und Duisburg anzupassen. Außerdem wäre es sinnvoll, die S 28 über Kaarst hinaus Richtung Viersen/Mönchengladbach und bis nach Hagen und die Krefelder Straßenbahnlinie 041 bis Willich zu verlängern. Außerdem müsse der Stadtverkehr auf die Herausforderungen des motorisierten Individualverkehrs der Zukunft vorbereitet werden. Dazu gehören für die IHK die Nutzung intelligenter, digitaler Systeme, um den Verkehrsfluss flexibler und reibungsloser zu organisieren, sowie die Förderung alternativer Antriebe durch die Einrichtung von Ladestellen für Elektrofahrzeuge.

„Unsere Region konkurriert mit benachbarten Ballungsräumen, gleichzeitig sind die Arbeits- und Wohnverhältnisse an der Rheinschiene eng verflochten“, erläutert Steinmetz. „Wird der Aufwand, seinen Arbeitsplatz zu erreichen, zu groß, zieht der Arbeitnehmer eventuell um und verlässt unsere Region.“ Damit gingen Fachkräfte und Kaufkraft verloren. Das gefährde nicht nur die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, sondern auch den Bestand der betroffenen Kommunen in Gänze.

(msc)