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Tönisvorst: Die falsche Tonlage

Tönisvorst : Die falsche Tonlage

Bürgermeister Albert Schwarz ist sauer. Er habe zwar Verständnis für die Not der Sportvereine, nicht aber für ihre überhöhten Forderungen und vor allem für den Ton, der dabei angeschlagen wird.

Auslöser der Verärgerung ist ein Brief vom Spielverein St. Tönis, Darin schreibt Heinz-Gerd Stroecks vom Vorstand, dass es dem Verein nachhaltig nicht mehr möglich sei, die vereinseigene Platzanlage mit zwei Rasenplätzen zu betreiben und ein eigenes Clubhaus zu bewirtschaften. "Seit langer Zeit versuchen wir mit der Stadt Tönisvorst, Bürgermeister Albert Schwarz eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden, aber wir stoßen auf keinerlei Verständnis", so Stroecks. Die Stadt sehe sich nicht in der Lage, dem Spielverein St. Tönis Kosteneinsparungen (Erlass Erbbauzinsen oder Wasserkosten) zu ermöglichen. Und wie eine Ohrfeige erscheine dann, dass der SV Vorst einen Kunstrasenplatz sowie ein Betriebskostenzuschuss (60 000 Euro ab 2009) bekomme. Der SV St. Tönis beantragt also einen Betriebskostenzuschuss von 40 000 Euro pro Jahr und die Kostenübernahme für den Abriss eines Schuppens und Errichtung eines Abstellraumes.

Bürgermeister Schwarz ist um Sachlichkeit bemüht. Der Spielverein leistete hervorragende Arbeit für die Jugend und den Fußball. Die Leistungen der Vereine sei ohnehin mit Geld nicht zu bezahlen. Er sehe auch die Not der Vereine was ihre Sportstätten angeht. Die beiden Rasenplätze des SV hinter der Jahnsportanlage seien nicht mehr in Ordnung. Soweit das Verständnis.

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Jetzt vergreife sich der SV St. Tönis allerdings im Ton, vergleiche Erbsen mit Möhren und stelle zu hohe Forderungen, so Schwarz. Die Jahnsportanlage sei gerade erst für rund 250 000 Euro saniert worden und nun auch fit für die Ausrichtung von Landesmeisterschaften. Danach, dass sei in einem Gespräch mit Vertretern von SV, DJK, Stadtsportverband und Politik besprochen worden, sei der Platz vom SV Vorst dran. Hier soll es ein Kunstrasenplatz mit Laufbahnen werden. Die Kosten (über eine Million) sollen in den Haushalt 2010 eingesetzt werden. Nach der Realisierung, das könnte Sommer 2010 sein, wäre wiederum St. Tönis dran. Hier befinde sich an der Jahnsportanlage ein städtisches Grundstück, auf dem ein weiterer Sportplatz entstehen könnte, sagt Schwarz.

Soweit die Reihenfolge. Nun zu den Erbsen und Möhren.: Der Sportplatz in Vorst ist ein städtisches Grundstück, das der SV quasi in Pflege hat und für die Unterhaltung einen Zuschuss (ab 2009 60 000 Euro) erhält. Anders die Lage in St. Tönis. Der SV dort ist Eigentümer. Unterstützung bekommt der Verein durch den Stadtsportverband. Zwei Einmalzahlungen von Sparkassenstiftung und Stadt über insgesamt 60 000 Euro sind in 2006/07 geflossen. Schwarz betont außerdem, dass für die städtischen Sportanlagen keine Nutzungsgebühr erhoben wird. Die Jahnsportanlage, oder demnächst der Kunstrasenplatz in Vorst, könnten auch kostenlos vom SV St. Tönis genutzt werden. Das hätte der Vorster SV angeboten. Frage des Tages

(RP)