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Die CDU Willich hat einen kommunalpolitischen Rahmenplan bis zum Jahr 2025 erarbeitet.

Willich : Die CDU arbeitet an Antworten

Die Willicher CDU hat einen kommunalpolitischen Rahmenplan bis zum Jahr 2025 erarbeitet. Am Dienstag wird er den Mitgliedern vorgestellt – wobei bereits viele an diesem „Kompass“ mitgewirkt haben.

Der Fachkräftemangel, eine älter werdende Gesellschaft mit sich ändernden Anforderungen, Bundes- und Landesgesetze, schwindendes Vertrauen in die Politik, veränderte Wünsche an Mobilität, Freizeitangebote, Wohnen und Nahversorgung: Die Themen, auf die die Willicher CDU reagieren sollte, sind vielfältig, einiges greift ineinander. Als eine Art Kompass, in welche Richtung sich die Stadt Willich entwickeln sollte, hat die Union jetzt einen „Kommunalpolitischen Rahmenplan 2025“ entwickelt – „und das bewusst zwischen zwei Wahlperioden, nicht erst kurz vor den Kommunalwahlen im Jahr 2025“, betont der Willicher CDU-Vorsitzende Christian Pakusch. Und: „Es handelt sich um einen dialogischen Prozess, wir müssen reagieren und ergänzen können“, sagt Paul Schrömbges, der die Entwicklung des Rahmenplans federführend in der Hand hat. Erste Veränderungen könnte es schon heute Abend auf der Mitgliederversammlung geben, bei der der Plan vorgestellt wird.

Schon Anfang des Jahres, als Pakusch gerade zum Vorsitzenden der Partei gewählt worden war, machte man sich ans Werk. Es folgten intensive Gesprächsrunden mit den Vereinigungen der CDU (Frauen-, Senioren-, Deutsch-Türkische und Junge Union, Mittelstandsvereinigung, CDA und evangelischer Arbeitskreis) sowie Partei- und Fraktionsvorstand, um Vorstellungen und Wünsche abzufragen. An die Parteibasis ging es dann im September in einer „Mitmach-Mitgliederversammlung“ im Saal Krücken, zu der immerhin 40 der 500 Willicher CDUler kamen und sich einbrachten. Paul Schrömbges schrieb mit, sichtete, fasste Themenblöcke zusammen und entwickelte schließlich mit Christian Pakusch ein Strategiepapier mit dem Titel „10 Punkte in 5 Jahren“.

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Vor allem sind es Fragen, die darin deutlich werden. Fragen danach, wie die Stadt Willich sich in den Bereichen Familie, Senioren, Wohnen, Freizeit/Kultur/Sport, Finanzen, Sicherheit, Gemeinschaft, Umwelt, Planung/Verkehr und Gewerbe/Innenstädte entwickeln soll. Instrumente zur Beantwortung der Fragen sind aus Schrömbges’ Sicht ein ausgeglichener Haushalt, der finanziellen Spielraum auch für freiwillige Aufgaben schafft, und der politische Wille, für Ideen zu kämpfen – in manchen Bereichen auch über die kommunale Ebene hinaus, wenn es beispielsweise um den Öffentlichen Nahverkehr geht, bei dem auch der Kreis Viersen und andere Kommunen mit im Boot sitzen. Oder bei der Gesundheitsversorgung, bei der viele Akteure unter einen Hut zu bringen sind. „Die Frage nach einer Notfallversorgung nach der Schließung des Katharinen-Hospitals im Jahr 2014 ist nämlich immer noch nicht beantwortet“, sagt Pakusch und bedauert, dass sich das Ambulatorium im Stahlwerk Becker definitiv nicht realisieren lässt. „Aber an dem Thema sind wir nach wie vor dran“, versichert er. Und auch das Verkehrsproblem, das schon im CDU-Programm zur Wahl 2014 stand, ist noch lange nicht gelöst – „aber das ist ein Thema, das die Bürger bewegt“, so Pakusch.

Und so setze man verstärkt auf Bürgerbeteiligung, halte daher an den monatlichen Bürgerrunden in den vier Stadtteilen fest. „Was können wir als demokratische Partei tun, damit die Menschen sich keine Alternativen suchen?“, sagt Schrömbges und spielt damit auf die AfD an. „Das ist eine Frage von Vertrauen und Inhalten.“

Und so möchte sich die CDU inhaltlich beispielsweise dem Nachholbedarf bei der Betreuung unter Dreijähriger widmen und sich neben guten Bildungsangeboten um bezahlbaren Wohnraum für Familien, aber auch für junge Singles und Senioren (Stichwort Altersarmut) kümmern. Und: Wie integriert man Menschen, die von außen kommen? Gemeint sind damit nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Menschen, die aus anderen Städten nach Willich ziehen. „Willich darf keine Schlafstadt werden“, sagt Pakusch. Vereine, Brauchtum, Feuerwehr – dort und anderswo können und sollen Zugezogene eine Heimat finden. Apropos Freizeit: „Auch der Sport hat sich gewandelt, weg vom Verein, hin zum Individualsport. Auch hierauf müssen wir reagieren“, sagt Schrömbges und nennt als ein Beispiel „Sport im Park“ am Schloss Neersen.

Fest steht für die Union auch, dass der Einzelhandel in die Innenstädte zurück muss, damit auch Senioren einkaufen gehen können – auch diejenigen, die kein Auto haben. Für solche Willicher solle man zudem durchaus über Car-Sharing-Modelle nachdenken, so Pakusch. Erst vor einigen Monaten hatte sich die CDU dafür eingesetzt, dass künftig auch autofreie Wohngebiete geplant werden, und war dafür belächelt worden. „Nun wird es mit den Katharinen-Höfen an der Bahnstraße bald ein solches Wohngebiet geben“, freut sich Pakusch.