Die Arbeiten für den Neubau an der Johannesschule in Anrath laufen auf vollen Touren.

Bauarbeiten: Johannes und Leonardo grüßen sich

Die Arbeiten für den Neubau an der Johannesschule in Anrath laufen auf vollen Touren. Aktuell wird an der Bodenplatte gearbeitet.

Das gleichmäßige Surren eines Bohrhammers ist das einzige Geräusch, das unterschwellig von der Baustelle an der Johannesschule zu hören ist. Ab und zu taucht wie ein kleiner bunter Punkt ein gelber oder blauer Bauhelm aus dem ausgehobenen Fundament auf. Neben dem Abbruch der letzten Fundamente des bereits abgerissenen Altbaus sind die Bauarbeiter mit der Schalung für die Bodenplatte beschäftigt. Ein ruhiges Unterfangen und kein Vergleich mehr zu dem Rammverfahren, mit dem vor wenigen Wochen 60 Pfahlfundamente je 16 Meter tief in den Boden getrieben werden mussten. „Da wackelte die Erde. Es gab aber nirgends in der Nachbarschaft Risse in den Wänden, außer bei der Schule selbst, und zwar im direkt benachbarten Altbau aus dem Jahr 1951. Wobei diese Risse keine statischen Auswirkungen haben und keinerlei Gefahr für das Gebäude darstellen. Es ist rein optisch“, berichtet Joachim Stukenberg.

Der Leiter des Geschäftsbereiches Objekt- und Wohnungsbau der Stadt Willich ist mit seinem Kollegen Stephan Schröder gerade in Richtung dieser Stellen in der ersten Etage unterwegs, um die Gipsmarken zu überprüfen, die am 3. Juli über den Rissen angebracht wurden. „Die Gipsmarken dienen der Kontrolle, um zu sehen, ob es weiter reißt. Was aber in unserem Fall nicht gegeben ist“, sagt Schröder mit einen genauen Blick auf die erste kleine runde Gipsmarke über dem Riss. Wobei es sich um ein zukünftiges Büro für die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule handelt, deren Oberstufe mit dem neuen Schuljahr zu den bereits seit dem vergangenen Schuljahr anzutreffenden neunten und zehnten Klassen einziehen wird.

In der ersten Etage des ansonsten ältesten Gebäudekomplexes der früheren Johannesschule hat sich indes viel getan. Aus vier Klassenräumen sind fünf entstanden, da ein ehemaliger Klassenraum unverhältnismäßig groß war und er entsprechend geteilt wurde. Neue Kautschukböden, neue Decken, neue Heizung, Waschbecken in den Klassenzimmern, die mit Feinsteinzeugfliesen eingefasst sind – diese schönere Variante konnte die Stadt günstiger einkaufen als normale Fliesen – und ein frischer Anstrich. Die fünf Räume warten auf die ersten Schüler. Hinter den Wänden verstecken sich komplett neue Leitungssysteme und die Installationen für die Technik wie unter anderem die elektronischen Tafeln.

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„Die Terrazzo-Böden im Flur haben wir aufgearbeitet und teilweise aus dem abgerissenen Altbau gerettet, um sie inklusive Muster im Flur des Treppenhauses für ein einheitliches Bild verlegen zu können“, sagt Stukenberg. Im Flur steht bereits die Tür, die später in den Neubau führen wird. Bislang blickt man dort noch auf eine geschlossene Wand. Die Tür im Erdgeschoss, die es schon immer gab, ist indes mit Schaltafeln geschlossen. „Wir müssen den Neubau insgesamt an drei Altgebäude anschließen, die Turnhalle, den hinteren Klassentrakt und das Treppenhaus des Altbaus. Er wird so angepasst, dass alles stufenfrei erreichbar ist. Dafür werden wir im Verbindungsgang mit einem leichten Gefälle arbeiten“, informiert Schröder, der inzwischen wieder im Erdgeschoss angekommen ist und die Baustellentür anvisiert.

In der Wand vor der Tür fallen mehrere Halterungen auf. „Hier kommt in den nächsten Tagen das Logo der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule hin“, sagt Stukenberg. Damit wird Leonardo zukünftig auf den Johannes schauen. Das Glasbildnis des Heiligen im Eingangsbereich war entsprechend geschützt und hat die Arbeiten im Altbau gut überstanden. Auch wenn jetzt an der Johannesstraße die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule zu Hause ist, so stellt der Heilige Johannes ein Stück Geschichte dar und gehört untrennbar zur Schule dazu.

Auf der Baustelle selbst sind derweil zwei junge Frauen zu sehen, die mit einer Bitumenbeschichtung beschäftigt sind: Lehrlinge der Stadt Willich, die im Rahmen ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin einen Teil ihrer vorgeschriebenen Praktikumszeit auf einer Baustelle absolvieren. „Es ist anstrengend und ungewohnt. Aber hier erlebt man praktisch, was wir sonst nur theoretisch zeichnen, und das ist mehr als wichtig“, sagt Julia Süssmilch. Dabei sehe man jeden Tag Fortschritte, schließt sich Alicja Molendowska an. Die Fertigstellung im kommenden Jahr, geplant für Mitte Mai, erleben die beiden dann aber vom Schreibtisch ihrer Büros aus. Schließlich sind nur drei Monte Baustellenleben innerhalb der dreijährigen Ausbildung vorgesehen.