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Tönisvorst: Dichtigkeitsprüfung – ohne "Kanalhaie"

Tönisvorst : Dichtigkeitsprüfung – ohne "Kanalhaie"

"Seien Sie vorsichtig bei Kanalhaien." Davor warnte der Leiter des städtischen Abwasserbetriebes, Jörg Friedenberg, im Betriebsausschuss. Es ging um die Dichtigkeitsprüfungen der privaten Abwasserleitungen. Dazu ist jeder Eigentümer bis zum 31. Dezember 2015 verpflichtet ist. Die Arbeiten dürften nur von Sachkundigen mit entsprechender Zertifizierung durchgeführt werden.

Friedenberg berichtete über die Erfahrungen einer Eigentümerin aus Tönisvorst, die auf eine Anzeige, man mache solche Untersuchungen von "Haus zu Haus ab 69 Euro", hereingefallen war. Der "Unternehmer" fand natürlich eine undichte Stelle, reparierte diese noch am gleichen Tag und stellte der Eigentümerin dafür insgesamt rund 7000 Euro in Rechnung. Friedenberg: "In der Rechnung waren Kanalreparaturen in einer Länge von 20 Metern aufgeführt, gemacht wurden nur etwa zehn und die auch noch sehr schlecht."

Die Stadtverwaltung will bald auf ihren Internetseiten Tipps und Hilfestellungen geben. Industrie-, Handels-, Handwerks- und Ingenieurkammern würden, führte Friedenberg aus, Listen über die sachkundigen Reparateure haben. Näheres erfährt man auch auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW www.lanuv.nrw.de

Mit den Steuerbescheiden, die im Februar 2011 versandt werden, will die Verwaltung die Eigentümer auf ihre Verpflichtung hinweisen. Beim Neubau oder veränderten Leitungen haben die Prüfungen sofort zu erfolgen. Bei komplett neuen Leitungen muss eine Druckprüfung (mit Wasser oder Luft) erfolgen. Bei bestehenden Leitungen reicht eine optische Überprüfung, mittels TV-Inspektion.

Der Betriebsausschuss für den Städtischen Abwasserbetrieb genehmigte einstimmig eine entsprechende Satzung, die aller Voraussicht nach der Rat am 23. September verabschieden wird. "Wie weit ist die Stadt eigentlich mit der Sanierung ihrer eigenen Kanäle?", wollte Ingo Bräunig (UWT) wissen. Jörg Friedenberg erwiderte, dass das städtische Kanalnetz ständig überprüft und dies bald auch im neuen Abwasserbeseitigungskonzept dokumentiert werde: "Bei uns gibt es keine große Schäden, nicht wie in Krefeld, wo zahlreiche Kanäle eingebrochen sind."

(RP)