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Der Umbau des Willicher Marktplatzes geht in die Endphase.

Willich : Markt: Schienen geben Granitplatten Halt

Der Umbau des Willicher Marktplatzes geht in die Endphase. Die Pflasterarbeiten werden in wenigen Wochen beendet sein. Danach werden elf neue Bäume gesetzt. Zudem wird es eine lange Tafel für 40 Personen sowie eine Sitzgruppe geben.

Wenn der Willicher Marktplatz fertig umgestaltet ist, wird er – von Anlieger-, Liefer- und Sonderverkehr abgesehen – autofrei sein. Dabei würde es den Platten aus portugiesischem Granit, von denen dort gerade bis zu 70 Quadratmeter pro Tag verlegt werden, gar nicht viel ausmachen, wenn dort mehr Fahrzeuge drüberrollen würden. Denn die Steine werden mit dem neuartigen Schienensystem „Ecostone“ verlegt, das verhindert, dass sie durch horizontale Belastung verrutschen. Ein weiterer Vorteil: Sobald die Steine liegen und mit einer leichten Rüttelmaschine bearbeitet wurden, kann man darauf sofort laufen. „Wir haben uns für diese Verlegetechnik entschieden, weil sie die Geschäftsleute und Gastronomen am Markt weniger belastet“, sagt Iveta Andres von der Stadt Willich. Bei herkömmlicher Verlegetechnik müsste der neue Boden tage- oder gar wochenlang trocknen, bevor er wieder vollständig belastet werden dürfte. Zudem ist durch das „Ecostone“-System nur eine Steindicke von acht statt zwölf Zentimetern notwenig.

Iveta Andres ist mit ihrem neuen Chef, dem Technischen Beigeordneten Gregor Nachtwey, der seit Anfang des Monats im Amt ist, einigen Kollegen und Vertretern der ausführenden Baufirmen und Planungsbüros zum Marktplatz gekommen, um die Fortschritte beim Platzumbau zu erläutern. Durch den kur­zen Wintereinbruch habe sich der Zeitplan etwas verschoben, so dass „wir etwa Mitte April mit allem fertig sein werden“, sagt Andres. Und mit „allem“ meint sie nicht nur den Bodenbelag, sondern auch die neue Möblierung des Platzes, deren Hingucker eine lange Tafel ist, an der 40 Personen Platz finden, ein Wasserfontänen-Feld, die aufgearbeiteten und mit LED-Technik ausgerüsteten Laternen sowie elf neue Bäume. Und diese werden schon mehrere Meter hoch sein – „denn der Platz soll von Anfang an einen fertigen Charakter haben, damit er Akzeptanz findet“, sagt Gregor Nachtwey.

Etwa 1500 Quadratmeter des Marktplatzes wurden bereits gepflastert. Rund 2000 Quadratmeter fehlen noch. Foto: Marc Schütz

Denn mit der Akzeptanz des Platzes ist das so eine Sache. Nicht wenige Bürger äußern sich – nicht nur in den sozialen Netzwerken – skeptisch, was die Notwendigkeit überhaupt und die konkrete Gestaltung des Marktplatzes angeht. Jüngst gab es auch in der Politik Kritik an der Verlegung der Platten – diese seien farblich nicht richtig gemischt, und einige Steine hätten beim Verlegen schon Schaden genommen. „Die defekten Steine werden am Ende selbstverständlich noch ausgetauscht“, sagt Nachtwey. Auch einige Stellen, an denen die Fugen allzu unregelmäßig sind, würden noch nachgearbeitet. Allerdings gibt der Technische Beigeordnete zu bedenken, dass es sich um handgeschnittene Natursteine handele, leichte Unregelmäßigkeiten in Größe und Farbe seien durchaus normal und gewollt.

Stellen an Laternen oder Anschlüssen werden mit Mosaikpflaster versehen. Foto: Marc Schütz

„Im Steinbruch werden zunächst große Blöcke herausgeschnitten. Daraus werden kleinere Stücke gewonnen, die sofort gemischt werden. Diese werden dann nach Holland transportiert, um Rillen für die Schienen einzufräsen. Dabei werden sie wieder gemischt“, erklärt Iveta Andres. Dass also Paletten mit denselben Farbnuancen nacheinander verarbeitet würden, stimme nicht. Zudem müsse man berücksichtigen, dass auf dem Marktplatz derzeit Flächen in verschiedenen Stadien anzutreffen seien. An einigen Stellen ist der Belag schon weitgehend fertig und schon verfugt und mit einer schweren Rüttelplatte bearbeitet. Dort sind die Steine auch bereits deutlich dunkler. Die frisch verlegten Stellen hingegen sind noch mit einer feinen Staubschicht bedeckt und erscheinen wesentlich heller. Man solle also bitte abwarten, bis alles fertig sei, sind sich Andres und Nachtwey einig.

Die acht Zentimeter dicken Pflastersteine aus portugiesischem Granit liegen auf Schienen aus wiederverwertbarem Kunststoff. Foto: Marc Schütz

Dabei ist die Oberfläche des Marktes, über die so viel diskutiert wurde und wird, der geringste Teil, was die Baumaßnahme, die bis in die Peter­straße reicht, angeht. Bevor es an die Neugestaltung ging, wurde im Boden zunächst alles saniert oder neu verlegt: der Schmutz- und der Regenwasserkanal, Fernmeldekabel, Stromkabel, Kabel für die Beleuchtung, die Versorgung des Marktes und das Wasserspiel. „Es sind also viele Gewerke, die aufeinander abgestimmt werden müssen“, sagt Nachtwey. Eine Bauzeit von insgesamt rund 15 Monaten (im Februar 2018 war der erste Spatenstich) sei angesichts der notwendigen Koordinierungen durchaus angemessen, so Nachtwey. Am 25. Mai wird dann mit einem großen Fest für alle Bürger ordentlich gefeiert.