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Stadt Willich: Der private Garten als Gesamtkunstwerk

Stadt Willich : Der private Garten als Gesamtkunstwerk

Beim Tag der offenen Gartenpforte präsentierten am Wochenende wieder Privatbesitzer ihre kleinen grünen Idyllen.

"Die Frösche hat er uns dagelassen", sagt Ellen von der Linden und blickt auf den Teich in ihrem Garten. Am Donnerstag war der Fischreiher da - seitdem fehlt von knapp 20 Goldfischen und jungen Kois jede Spur. Dennoch beteiligte sich die in Anrath lebende Willicherin am Wochenende wie geplant erstmals an der "Offenen Gartenpforte 2014". Zahlreiche grüne Oasen standen Interessierten am Wochenende offen.

"Kunst(t)räume und Gartenträume" titelte von der Linden und öffnete nicht nur die 1000 Quadratmeter große grüne Lunge ihres Anwesens, sondern auch den Wohnbereich. Dort zeigte die Kreative eine Auswahl ihrer Acryl- und Ölbilder mit Leitmotiv Baum, etwa das sechsteilige "Birkenstück". Im Garten bauten Keramiken der Kaldenkirchener Künstlerin Mariele Heinen die Brücke zwischen Grünem und Kunst. Bei den Gästen kam van der Lindens Idee gut an, die fünfte Jahresausstellung mit der "Offenen Gartenpforte" zu verbinden.

Die florale Vielfalt von Frauenmantel, Akelei, Fingerhut und Silberblatt ist ein Zufallsprodukt. "In diesem Garten darf alles wachsen, was anwächst", sagt Ellen van der Linden. Ordnung schafft die mit Feldbrandsteinen eingegrenzte Rasenfläche, die den Weg durchs Idyll vorgibt, vorbei an kleinen Inselbeeten, zwei Teichen bis zur hinter der Gartenlaube versteckten Ruhezone neben dem Gemüsebeet.

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Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick auf den davorliegenden "niederrheinisch-mediterranen" Bereich mit heimischem Holunder, hohen Zypressen, italienischer Magnolie und zwei Pfirsichbäumchen. Nach ihrem Garten-Lieblingsort gefragt, zögert Ellen von der Linden nicht lange: "Überall, wo ich einen meiner Gartenstühle platziere." Auch dabei trifft Garten auf Kunst, denn die gelben oder lila Sitzgelegenheiten geben auf freier Fläche ebenfalls ein prima Objekt her.

Am Graverdyk, zwischen Oedt, Vorst und Kempen, hat Dörthe Versin ihr persönliches "ländliches Gartenglück" gefunden, wie es in dem Gartenpforte-Prospekt heißt. Mit 350 Quadratmetern ist das Idyll nicht groß, aber dennoch großartig. Gläserne, in formschnittige Lebensbäume gesteckte Gartenzwerge begrüßen den Besucher und ebnen ihm den Weg in ein von Buchshecken eingerahmtes Kleinbeet-Areal. Dahinter verbirgt sich eine kleine Rasenfläche und Kiesrondell. "Darauf setze ich im Sommer den aufblasbaren Pool", sagt Dörte Versin.

Alles ist selbst gemacht und angelegt. Materialien eines alten Stalls brachte Dörte Versin in den Bau eines kleinen Gewächshauses ein. Darin gedeihen Möhrenpflanzen, blühen die Tomaten und es grüßt der Salat auf einer hängenden, weckentfremdeten Regenrinne. Betörenden Duft trägt der sanfte Wind vom Rosenbogen heran - so schön kann Garten sein. Allen, die die "Offene Gartenpforte" diesmal verpasst haben, bekommen im Juni und Juli (siehe Kasten) weitere Chancen.

(tone)