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Stadt Willich: Der "Neue" kann Mitarbeiter führen

Stadt Willich : Der "Neue" kann Mitarbeiter führen

Der neue Leiter des Seniorenhaus Moosheide ist Claus Keultjes. An Verbesserungen wird gearbeitet.

Entscheidend für die Wahl des "Neuen" seien seine "hohe Personalführungskompetenz und ausgeprägte Bewohnerorientierung" gewesen - so Detlef Schmidt vom Vorstand des DRK-Landesverbandes Nordrhein gestern bei der Vorstellung des neuen Leiters für das DRK-Seniorenhaus Moosheide: Ab 2. Februar ist dies Claus Keultjes, 41 Jahre, Religionspädagoge, Sozialarbeiter und Heimleiter. Er löst den kommissarischen Heimleiter Matthias Walbröl ab und wurde aus rund 50 Bewerbern ausgewählt. Walbröl hatte die kommissarische Leitung im Oktober 2014 in einer schwierigen Situation übernommen. Von der früheren Leiterin hatte sich das DRK "in gegenseitigem Einvernehmen getrennt", der Medizinische Dienst der Krankenkassen sowie die Heimaufsicht des Kreises Viersen hatten Mängel festgestellt, die zu einem Belegungsstopp geführt hatten, der aber mittlerweile wieder aufgehoben ist.

Schmidt beschönigte nichts: "Es war ein ungutes Jahr, was das Thema Qualität betrifft'". Das sei für das Rote Kreuz besonders bedauerlich, weil es den selbst gesetzten ethischen Werten des humanitären Handelns nicht gerecht worden sei. Positiv für ihn war nur: "Kein Bewohner ist zu Schaden gekommen!" Als Mängelbeispiele nannte er "simple handwerkliche Fehler bei der Dokumentation oder der Dienstplangestaltung" oder andere Probleme in den Prozessen und in der Kommunikation im Team. Die genaue und zeitnahe Dokumentation ist wichtig, damit eine Nachfolgeschicht weiß, welche Pflegetätigkeiten durchgeführt wurden oder dass/ob der Bewohner die verordneten Medikamente erhalten hat. Es habe aber kein Bewohner zum Beispiel Medikamente doppelt bekommen habe, betonte Schmidt.

Walbröl hat mit einem Team - darunter ein Qualitätsbeauftragter und eine externe Pflegedienstleitung - schon vieles verbessert, "es gab personelle und prozessbezogene Veränderungen", so Schmidt. Konkret: Das DRK hat sich von der Heimleitung, einer Pflegedienst- und einer Wohnbereichsleitung sowie Pflegekräften getrennt. Wichtig für Schmidt: Die Probleme hätten bei Einzelpersonen gelegen, "ich habe der Belegschaft gesagt, dass nicht alle negativ stigmatisiert werden". Viele im Team seien motiviert und idealistisch in ihrer Aufgabe.

Der neue Heimleiter hat viel Erfahrung: Er ging 2001 als Sozialarbeiter in das neu eröffnete St. Peter-Stift in Kempen, wurde nach elf Monaten stellvertretender Heimleiter und arbeitete vier Jahre in dieser Position. Parallel hat er die Fortbildung zum "Heimleiter" gemacht. Ab 2007 war er Heimleiter im Stift, ab 2010 zusätzlich im von Broichhausen-Stift, der zweiten Einrichtung der Stiftung Hospital zum Hl. Geist. Im Oktober 2013 wechselte er in eine Einrichtung eines privaten Trägers, auch dort als Krisenmanager - mit dem Erfolg, dass sich in drei Monaten eine deutliche Verbesserung eingestellt hatte. Er habe sich bewusst für eine Bewerbung beim DRK entschieden, so Keultjes: "Ich habe erkannt, dass ein privater Träger nicht dauerhaft der richtige Arbeitgeber für mich ist". Walbröl wird Keultjes bis zum Sommer einarbeiten, die Verbesserungsprozesse werden fortgesetzt. Der "Neue" will in den nächsten Wochen viel in die Bereiche gehen, "mich einspüren und ein Signal an die Mitarbeiter geben: Ihr könnt gerne zu mir kommen."

(djm)