Stadt Willich: Der kleine Tag reist an

Stadt Willich: Der kleine Tag reist an

Die Musical-Tradition an der Hubertusschule Schiefbahn jährt sich in diesem Jahr zum 20. Mal. Aktuell laufen die Proben für "Der kleine Tag". Die Premiere ist am 21. April.

"Lasst uns starten!" Die Aufforderung von Nadine Bröckels bringt mit einem Schlag Ruhe in die knapp 50-köpfige Grundschülerschar, die sich auf der Bühne der Schiefbahner Kulturhalle eingefunden hat. Die Kinderaugen blicken aufmerksam zur Lehrerin der Hubertusschule hinüber. Kaum klatscht sie in die Hände, fallen alle ein. Mit einem geklatschten Lied beginnen nämlich die seit vorigen Freitag laufenden Intensivproben für das Musical "Der kleine Tag" am eigentlichen Aufführungsort, der Kulturhalle. Dort geht am 21. und 22. April der Vorhang für das Musical von Rolf Zuckowski auf, bei dem ein kleiner Tag im Mittelpunkt steht.

Der wartet darauf, endlich auf die Erde zu dürfen. Dort möchte er ein ganz besonderer Tag werden, wie es der Steinzeittag schon ist, an dem das erste Mal Feuer gemacht wurde, oder der Kolumbustag, an dem Kolumbus Amerika entdeckte. Auf der Bühne endet das Begrüßungslied. Bröckels, die zusammen mit Katrin Stauff, die Musical-AG der Hubertusschule leitet, macht ein nachdenkliches Gesicht. Die Frage lautet nämlich, wie man auf der Bühne die jungen Darsteller in acht Reihen hintereinander positioniert. "Die erste Reihe muss an der grünen Linie, knapp vor dem Bühnenrand stehen, dann müsste es gehen", bemerkt Stauff und erklärt den Dritt- und Viertklässlern genau, wie sie sich gleich aufzustellen haben.

Zunächst einmal geht aber der Vorhang zu, und nur Mia als Erzählerin ist am Seitenrand der Bühne zu sehen. "Denkt dran, ihr müsst hinter dem Vorhang ganz leise sein. Das Publikum darf euch nicht hören", erinnert Bröckels die anderen Grundschüler. Auf der Bühne ist es mucksmäuschenstill. "Sind die Sterne funkelnde Punkte im Dunkeln", beginnt Mia laut und deutlich die Einleitung vorzulesen. Dann erscheint Angeli auf der Bühne, und Andrea Wezstein, die am CD-Player steht, drückt auf den Startknopf für die erste Musik.

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Begleitet von der CD, startet Angeli mit dem ersten Lied. Eine klare und ausdrucksstarke Stimme ist in der Halle zu hören. Bröckels und Stauff, die mit den Textbüchern in der Hand aufmerksam zuhören, recken die Daumen nach oben. "Perfekt", lautet das einhellige Urteil der beiden. Der Vorhang schwingt auf, und nach einem kurzen textlichen Zwischenstück beginnt der erste Aufmarsch der Reihen. "Die erste Reihe ganz nach vorne", erinnert Bröckels. Die acht Reihen bilden sich, und die Grundschüler gehen allesamt in die Hocke. Das nächste Lied ist angesagt, bei dem Reihe für Reihe nach oben schwingt und nach dem gesangstechnischen Einsatz wieder in die Hocke zurückgeht. Auch hier klappt alles hervorragend.

Lied und Textpassagen wechseln sich ab. Die Texte sitzen allesamt gut. Schließlich übt die Musical-AG alles schon über Monate ein. Es geht nur noch um die Feinheiten und das Proben auf der Bühne an sich, denn zwischen Klassenraum und Bühne liegt doch ein großer Unterschied. "Immer daran denken, das Mikrofon nah vor den Mund zu halten und laut zu sprechen", sagt Stauff.

Aber nicht nur auf der Bühne sind die Kinder fleißig. In der Grundschule selbst stecken alle anderen Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse, die nicht der Musical-AG angehören, mitten in der Projektwoche. Passend zum Musical dreht sich hier alles um das Weltall. In den Klassen entstehen aus Pappröhren, Dosenverschlüssen, Tonpapier und weiteren Materialien Planteten, Raketen, kleine Aliens und schwarze Kisten, in deren Innerem die verschiedenen Sternbilder zu sehen sind. "Wir werden bei der Präsentation unserer Werke sogar eine Modenschau von Raumanzügen vorstellen", macht Schulleiterin Martina Ebert neugierig.

(tref)