Der Investor, der im Garten der Villa Langels ein Baugebiet errichten wollte, hat das Grundstück verkauft.

Planungsausschuss : Villa Langels: Alles auf Anfang

Der Investor, der im Garten der Villa Langels ein Baugebiet errichten wollte, hat das Grundstück verkauft. Der Käufer hält an den Plänen fest, aber jetzt ist ein neues Bebauungsplan-Verfahren nötig. Anwohner wollen weiter kämpfen.

Das hatte sich der Investor vermutlich einfacher vorgestellt: Rund vier Jahre ist es inzwischen her, dass der Planungsausschuss zugestimmt hat, den Architekten aus Aachen das Grundstück „Villa Langels“ an der Bahnstraße in Willich entwickeln zu lassen. Aus dem Technischen Rathaus soll ihm wohl damals auch signalisiert worden sein, dass es kein großes Problem sein würde, im Garten der Villa ein kleines Baugebiet zu entwickeln. Doch dann kam alles anders.

Erschlossen werden soll das neue Wohngebiet über eine Einfahrt an der Bahnstraße, direkt neben dem Parkplatz des Elektro-Geschäfts. Foto: Marc Schütz

Die Politik stand zwar weiter mehrheitlich hinter ihrem Beschluss, doch der Unmut in der Bevölkerung über das Projekt wuchs und sorgte dafür, dass sich das Bebauungsplanverfahren in die Länge zog. Bisher ist die parkähnliche Fläche hinter der unter Denkmalschutz stehenden Villa als Gartenland ausgewiesen. Damit der Investor es mit bis zu elf Häusern bebauen kann, müsste sie in eine Wohnbaufläche umgewandelt werden. Und das müsste die Politik beschließen.

Im Garten der Villa sind bereits einige Bäume umgefallen. Auch das Gebäude selbst verfällt zusehends. Foto: Marc Schütz

Aus Sicht der Stadtverwaltung waren Ende vergangenen Jahres endlich alle Interessen gegeneinander abgewogen, und einer Änderung des Bebauungsplans stand eigentlich nichts mehr entgegen. So waren unter anderem die zulässigen Gebäudehöhen dem Umfeld angepasst worden. Doch nun hat plötzlich der Investor einen Rückzieher gemacht und Villa samt Gartengrundstück an einen anderen Investor verkauft. Die Folge: Aus Gründen der Rechtssicherheit wird ein neues Verfahren begonnen. Es dürften also noch ein paar Jahre ins Land gehen, bevor hinter der Villa Langels die Bagger anrollen, auch wenn die Politiker im jüngsten Planungsausschuss grünes Licht für ein neues Planverfahren gegeben haben.

Zwei wesentliche Unterschiede zur bisherigen Planung gibt es: Zum einen ist die Villa Langels selbst nicht mehr Bestandteil. Denn eine Forderung der Politik war es, dass der neue Besitzer verpflichtet wird, die Villa zu erhalten und zu sanieren. Das wäre rechtlich kaum möglich und könnte erst recht nicht Teil des Bebauungsplan-Verfahrens sein. Laut der Technischen Beigeordneten Martina Stall befindet sich ein Kaufvertrag zwischen dem Bauträger und einem Käufer der Villa „in der finalen Phase“. Erhalt und Sanierung der Villa sollen wohl geregelt sein. Der zweite Unterschied zum bisherigen Plan: Die Einfamilienhäuser (vier Doppelhäuser und eine Dreiergruppe) werden eine anderthalbgeschossige Anmutung haben und sich so der Nachbarbebauung an Grunewall- und Wilhelmstraße anpassen. „Wir sind also auf die Wünsche der Anwohner eingegangen“, sagte Martina Stall.

Reinhard Krämer und Hermann-Josef Schmitz, deren Grundstücke an das Langels-Gelände grenzen und die eine Bürgerinitiative gegründet hatten, sehen zwar Fortschritte in der neuen Planung, wollen aber weiter kämpfen – was aus der Bürgerinitiative wird, müsse sich nun zeigen. „Daran, dass eine ökologische Nische bebaut wird und es Lärm und noch mehr Verkehr auf der Bahnstraße geben wird, hat sich ja nichts geändert“, sagte Krämer im Gespräch mit unserer Redaktion. Er werde den anderen Anwohnern jedenfalls empfehlen, die Einsprüche gegen das Projekt weiterzuführen. „Das, was damals Thema war, geht weiter“, sagt auch Schmitz, dessen Einfahrt direkt neben der geplanten Zufahrt zum Baugebiet liegt und dessen Grundstück fast in der gesamten Länge ans Langels-Gelände grenzt. Kritisch sieht er vor allem den zusätzlichen Verkehr, der durch das Baugebiet auf der ohnehin stark befahrenen Bahnstraße entstehen würde.

Wolfgang Pape (SPD) bat die Verwaltung, auf den Besitzer einzuwirken, sich bald um den Zustand des Grundstücks und der Villa zu kümmern. Denn der Verfall schreite rasch voran.