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Der Bürgerbusverein Willich hat jetzt einen Niederflurbus

Willich : Neuer Bürgerbus hat niedrigen Einstieg

Der Bürgerbusverein Willich hat jetzt einen Niederflurbus und ist damit der erste der drei Bürgerbusvereine im Willicher Stadtgebiet. Der Bus macht das Einsteigen leichter und kann auch Rollstuhlfahrer mitnehmen.

„Er fährt sich gut. Man muss nur daran denken, dass man jetzt rund einen Meter länger ist als zuvor“, sagt Heinz Malessa, der mit einem lächelnden Gesicht aus dem neuen Bürgerbus aussteigt, um ihn an den nächsten Fahrer zu übergeben. Für ihn waren die vergangenen zwei Stunden ganz besondere: Der Willicher hat die ersten offiziellen Runden mit dem neuen Fahrzeug gedreht, wobei es sich um einen Niederflurbus handelt. Und das ist eine Premiere im doppelten Sinn. Nicht nur, dass die Jungfernfahrt anstand, es ist auch der erste Niederflurbus im Willicher Stadtgebiet.

Nach 400.000 Kilometern hatte der alte Bus nach etwas über fünf Jahren Einsatz ausgedient. Vor dem Hintergrund, dass das Land NRW Wert darauf legt, dass Nutzern des Bürgerbusses der Einstieg einfacher gemacht werden soll und auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit erhalten sollen, den Bürgerbus zu nutzen, fördert es bei Neuanschaffungen Niederflurbusse. Etwas, was die Stadt Willich als Partner der Bürgerbusse ebenso sieht.

Dafür musste ein Mercedes Sprinter entsprechend umgebaut werden. „Eigentlich war unser neuer Bus schon Ende August einsatzfertig, aber es gab ein Problem“, berichtet Malessa. Und das lag an den Willicher Straßen, genauer gesagt an den Bodenwellen, die vielerorts im Stadtgebiet eingebaut sind. Der Niederflurbus setzte aufgrund seines tiefen mittleren Bereiches auf, wie bei einer Probefahrt festgestellt wurde. Das Fahrgestell musste nachgearbeitet werden, und eine erneute TÜV-Abnahme war nötig. All das dauerte, und so ging es erst jetzt mit einigen Monaten Verspätung los.

Der neue Niederflurbus ist gut einen Meter länger als sein Vorgänger, was dem breiten Einstieg und der Fläche für einen Rollstuhl geschuldet ist. Die Anzahl der Sitzplätze ist mit acht Stück gleich geblieben. Es fällt kein Sitzplatz aufgrund des nun möglichen Rollstuhltransportes weg. Das verlängerte Mittelteil mit seiner weit zu öffnenden Doppeltür ist abgesenkt und bietet den Nutzern nun die Möglichkeit, auf Bürgersteighöhe einzusteigen, was gerade für Bürger, die auf einen Rollator angewiesen sind, von Vorteil ist. Für Rollstuhlfahrer gibt es eine in den Boden eingelassene Klappe, die bei Bedarf umgelegt und auf den Bürgersteig ausgelegt wird. Im Wagen erfolgt die entsprechende Sicherung.

Wer als Rollstuhlfahrer den Bürgerbus nutzen möchte, muss sich zwei Tage vorher über die im Schloss Neersen ansässige Leitstelle (Telefon 02156 949269) anmelden und dort auch angeben, ob eine Begleitperson mitfährt. Die Anmeldung hat zweierlei Hintergründe. „Zum einen können wir nur immer einen Rollstuhlfahrer aufgrund des Platzangebotes transportieren, und es soll kein Rollstuhlfahrer an einer unserer Haltestellen stehen, den wir dann nicht mitnehmen können, weil der Platz schon belegt ist. Zum anderen organisieren wir eine weitere Hilfe für den Ein- und Ausstieg, falls der Rollstuhlfahrer alleine unterwegs ist“, erklärt Malessa. Elektrische Rollstühle können allerdings nicht mitgenommen werden.Eigens für den neuen Bürgerbus erhielten die beiden Wagenmeister eine intensive Fahrereinweisung. Die Wagenmeister schulten danach ihrerseits die anderen Fahrer.

Was das Parken und Fahrverhalten betrifft, macht sich die verlängerte und tiefer gelegte Karosserie schon bemerkbar. „Ansonsten kann ich sagen: Der Bus fährt sich fast wie ein Auto. Die Automatik ist angenehm, und er lenkt sich gut. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass wir jetzt keinen Zündschüssel mehr brauchen“, sagt Malessa. Lob gab es auch von den ersten Fahrgästen, die den breiten und niedrigen Einstieg als sehr angenehm empfinden.

Dass der Bürgerbus gut angekommen wird, zeigen die Zahlen: 10.000 bis 12.000 Passagiere befördert der Bus pro Jahr. Der Bürgerbus ist wochentags von 8 bis 18 Uhr im Einsatz und samstags von 9 bis 12 Uhr, wobei jede der 42 Haltestellen einmal pro Stunde angefahren wird. Eine Tour umfasst circa 23 Kilometer.