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Stadt Willich: Den Schlosspark erforscht

Stadt Willich : Den Schlosspark erforscht

Die Klasse 6b des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums durchforstete gestern den Neersener Schlosspark, untersuchte den Boden, sammelte Käfer, bewertete den Allgemeinzustand. Biologie-Unterricht fand draußen statt.

"Ist eigentlich alles okay hier." Das fanden nach etwa einstündiger Inspektion des Parkes Sina und Simona und hatten ihren Bewertungsbaum mit den verschiedensten Kriterien grün gemalt. Die Bestnote vergaben die Schülerinnen unter anderem bei der Artenvielfalt, beim großräumigen Wegenetz oder bei den Info-Tafeln. Den Rotstift, der bei Bodendüngung, Artenarmut und Kahlschlägen gezückt wird, brauchten die zwei Freundinnen nicht.

Mit Labor Lumbricus

Mit 25 Schülern und Schülerinnen war Biologie-Lehrer Claus Thone (40) in den Schlosspark gekommen. Dort wartete schon der Umweltpädagoge Ottmar Hartwig vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium. Hartwig (53) hatte seinen Bus "Lumbricus" mitgebracht: ein mobiles Labor, in dem die Schüler auch mit Pinzette, Lupe und Mikroskop die gesammelten Bodenproben auf Schnecken, Steinkriecher oder Gewürm untersuchten. "Sind das Teile von einem Regenwurm oder ein Stück Erde?" Da mussten Maike und Anika unter dem Mikroskop schon genauer hinschauen. Paul und Louis fanden neben einem Erdhaufen einen kleinen Frosch.

Andere Teams sammelten Laubblätter, konnten nach entsprechender Anleitung den "Fensterfraß" von Milben oder den "Skelettfraß" von Schnecken und Tausendfüßler unterscheiden. Über die Schulter schauten den Jungforschern auch die Technische Beigeordnete Martina Stall, die auch als Fachbereichsleiterin für den "Natur und Lebensraum" mit Interesse die Untersuchungen verfolgte. Sie war natürlich zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Mit einem Bohrstock waren unter anderem Florian, Thomas, Lukas, Jakob und Henrik unterwegs. Damit entnahmen sie bis zu ein Meter tief Bodenproben mit den Sand-, Lehm- und Humusschichten, die sie wenig später auf den pH-Wert untersuchten. Und als Beweis und weiteren Unterrichtsstoff in der Klasse wurden die Erdschichten auf einen Pappkarton geleimt.

Erst Wasser von Cloer und Flöth

"Das kenne ich schon vom letzten Jahr, danach hatte ich in der Biologiearbeit eine Eins", erinnerte die kleine Leonie daran, dass die Klasse bereits 2008 in der Gegend war und damals das Wasser von Cloer und Flöth inspizierte. "Danach konnte wir zur Verbesserung des Sauerstoffgehaltes einige nützliche Anregungen geben", erinnerte sich auch Pädagoge Claus Thone und seine Kollegin Heidi Koenen-Volkmann.

Im Unterricht aber auch in den "Jugend forscht"-Arbeitsgemeinschaften des Anrather Gymnasiums gehen die Untersuchungen weiter. Bereits mehrfach konnten die Schüler und Schülerinnen erste Platzierungen beim Landeswettbewerb erringen. Auch im nächsten Jahr hat das Lise-Meitner-Gymnasium dafür wieder etliche Gruppen angemeldet.

(RP)