Das Projekt "Glück" der Robert-Schuman-Europaschule

Robert-Schuman-Europaschule : Eine Schule voller Glück

Mit einem einmaligen Projekt startete die Robert-Schuman-Europaschule gestern in den Freitag. Die Kulturforscher der Gesamtschule sorgten mit verschiedenen Aktionen für einen wahren Glücksreigen.

„Was ist das?“, möchte Nele von Lara und Finja wissen, die hinter zwei großen durchsichtigen Plastikboxen stehen, die mit Hunderten von kleinen Dreiecken aus Papier gefüllt sind. „Das sind Wundertüten mit etwas Süßem und einer weiteren Überraschung. Wenn du einen Wunsch für die Welt aufschreibst, bekommst du eine Wundertüte“, erklärt Lara der Fünftklässlerin. Nele muss nicht lange überlegen. Sie greift zu Stift und den vorbereiteten Zetteln mit Kordeln. „Ich wünsche Gesundheit in alle Welt“, schreibt die Zehnjährige in ordentlicher Handschrift auf den Zettel, lächelt die beiden 13-jährigen Achtklässlerinnen an und bekommt eine Wundertüte, die mit strahlenden Augen direkt ausgepackt wird, während Finja den Wunsch gut sichtbar an den Strauch zu den anderen Wünschen bindet. Vom Strauch führt eine Lichterkette mit handgearbeiteten phantasievollen Lichtermotiven zum nächsten Baum. Aber nicht nur hier leuchtet es hell auf dem Schulhof der Robert-Schuman-Europaschule.

Dutzende von Teelichtern brennen auf dem Schulhof vor dem Hauptsekretariat. An den Lichterplätzen stehen die 27 Kulturforscher der Gesamtschule an Tischen und Stellwänden und verteilen Glück an die Schüler der Stufen fünf bis sieben sowie die Lehrer. Glück kann dabei sein, wenn man in ein Cantuccino hineinbeißt. Deutsch- und Hauswirtschaftslehrerin Elke Osterwinter-Porath hat nämlich mit viel Schülerunterstützung knapp 1000 der kleinen Gebäckstücke hergestellt, von denen jeder der 450 Schüler zwei Stück, liebevoll in Muffin-Papier verpackt, geschenkt bekommt. „Es ist eine wunderbare Aktion. Ich bin richtig glücklich. Wobei die Handmassage das Allerbeste war“, strahlt Jennifer Flink. Umarmt wurde die Deutsch- und Französischlehrerin auch schon. Das zeigt der Bärenaufkleber auf ihrem Mantel. „Jeder, den wir umarmen, bekommt einen kleinen Aufkleber“, erklären Jennifer und Jin, die wie Maxi und Noah Umhängeschilder mit dem Hinweis „Ich nehme dich auch gerne in den Arm“ und ein Bärenlogo tragen. „Gerade die Fünftklässler sprechen uns an und wollen umarmt werden“, freut sich Maxi über die gute Annahme. Wobei die Umarmer die Kulturrucksack-Forscher unterstützen. Es handelt sich um die Schüler aus dem Fach „Darstellen und Gestalten“ der Stufe sechs.

Eine Religionsklasse hilft ebenfalls mit. Sie hat eine Stellwand aufgebaut und berichtet dort in Form von Collagen von Glücksmomenten. Und solche kann ein jeder in schriftlicher Form festhalten. Papier und Stifte liegen bereit. Ensar hat einen solch glücklichen Moment verewigt. Auf ihrem Eintrag ist zu lesen, dass es ein Glücksmoment war, als sie eine Katze bekam. Ob sich Zöpfe flechten lassen, das Wörtchen Glück als chinesische Schriftzeichen auf den Unterarm gemalt zu bekommen, ein Glücksscheinchen aus Origamipapier zu falten oder den Witzen zu lauschen, die Adrian und Lukas gekonnt vortragen und damit für laute Lacher sorgen – überall herrscht eine glückliche Stimmung.

„Es macht einfach nur Spaß, Glück zu verbreiten“, meint Charlotte, die zum Manga-Zeichnen einlädt. Auch das Schminken und Verkleiden mit unterschiedlichsten Kostümen sorgt für Glücksmomente. Das herzliche Lachen beim Fotografieren der Kostümierten ist unüberhörbar und setzt jede Menge Gute-Laune-Hormone frei. Insgesamt sind es 13 Stationen, die auf dem Schulhof aufgebaut sind.

Eine ganze Stunde ist dem Glück gewidmet. Die Idee zu der Aktion entstand bei den Kulturforschern der Stufe acht. Das diesjährige Thema lautet Glück. „Wir sollten uns eine Forscherfrage zu diesem Thema ausdenken und kamen auf die Frage, ob es uns glücklich macht, wenn wir andere glücklich machen“, berichtet die betreuende Lehrerin Angelika Schulz. In weiterer gemeinsamer Arbeit entstand das Projekt mit seinen vielen Angeboten. Wobei am Freitagnachmittag evaluiert wurde. „Unsere Kulturforscher müssen schließlich schauen, ob es sie glücklich gemacht hat, andere glücklich zu machen“, sagt Schulz. Eine Frage, die eigentlich schon während der Aktion beantwortet werden kann. Denn nicht nur bei den Nutzern der Glücksaktion strahlen die Gesichter. Diejenigen, die das Glück in den unterschiedlichsten Formen verschenken, sind ebenso glücklich. Die Antwort auf die Frage ist damit eindeutig: Ja!

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