Stadt Willich: Das große Aufräumen nach dem Sturm

Stadt Willich: Das große Aufräumen nach dem Sturm

Die Sturmschäden von "Friederike" sind weitgehend behoben. Mitarbeiter von Feuerwehren und Baubetriebshöfen hatten jede Menge Arbeit. Für umgestürzte Bäume in Privatgärten sind die Eigentümer selber verantwortlich.

Die gute Nachricht vorweg: Privatpersonen und die vielen Hilfskräfte von Feuerwehr und von den Baubetriebshöfen kamen nicht zu Schaden, als vor wenigen Wochen das Orkantief "Friederike" auch über Willich und Tönisvorst wütete. Hunderte von Einsätzen haben die haupt- und ehrenamtlichen Kolonnen, die Löschzüge und Gruppen erledigt.

"Das war schon ordentlich und eine echte Herausforderung, wir haben bei hundert Einsätzen aufgehört zu zählen", sagte der Leiter der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW), Bernd Kuhlen. Gemeinsam mit den Löschzügen dürften es über 160 Einsätze gewesen sein. An den zwei Sturmtagen arbeiteten allein etwa 60 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des GBW an den Aufräum- und Sicherungsarbeiten.

Und die Arbeiten sind noch lange nicht beendet. "Die Parks in Willich und Schiefbahn sind noch gesperrt, außerdem die Wege am Gewässerbereich der "Hover Kull" in Alt-Willich", ergänzt Bernd Kuhlen, dass in den großen Grünanlagen noch etliche Bäume aus der Verwurzelung gerissen und schräg stehen würden. Für die Fällung benötige man in den nächsten Tagen teilweise ein Fachunternehmen, so bei drei Linden im Schiefbahner Park und bei einigen großen Bäumen im Konrad-Adenauer-Park in Willich.

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Bei den Gemeinschaftsbetrieben haben das ganze Jahr über zwei ausgebildete Experten, Joachim Fuchs und Harald Kaufmann, damit zu tun, sich den an den öffentlichen Verkehrsräumen stehenden Baumbestand, dies sind etwa 12.000 Bäume, anzuschauen. "Und die Beiden sind gerade wieder bei der Arbeit", konstatierte Kuhlen. Eigentlich wäre jetzt der normale Gehölzschnitt dran, zumal man diesen ab dem 1. März nicht mehr im großen Umfang machen dürfe. Aber die Nacharbeiten hätten jetzt erst einmal Vorrang.

In Tönisvorst vermeldete der Pressesprecher der Feuerwehr, Markus Hergett, 72 Einsätze. Für seine Kameraden war der 18. Januar ein anstrengender und vor allem angespannter Tag. Denn vor exakt elf Jahren war beim Sturm "Kyrill" und bei seinem Einsatz der St. Töniser Feuerwehrmann Thomas Grumbach ums Leben gekommen, er wurde 39 Jahre alt.

In Tönisvorst hätten sich, so auf Nachfrage Pressesprecherin Catherina Perchthaler, die Schäden in Grenzen gehalten. Zu größeren Schäden sei es durch zwei umgestürzte Privatbäume gekommen: am Kinderspielplatz Roßstraße und auf dem Gelände am Schwimmbad; dort hatte ein Baum drei städtische Buchen mitgerissen. Derzeit würden dort die letzten Arbeiten ausgeführt. Der Sturm habe, ergänzte Perchthaler, eher in Vorst gewütet. So stürzten entlang der Schluftrasse zwölf größere Bäume um; 20 aufgeforstete Weiden seien es außerdem im Bereich der Rottheide gewesen. Die Feuerwehr in Tönisvorst musste 72 Mal ausrücken. Vom Bauhof gab es inklusive der Absperrungen im Rahmen der "Sturmnachsorge" 23 Einsätze. Restarbeiten würden in dieser Woche erledigt. Verantwortliche aus Willich und Tönisvorst erwähnten noch, dass zahlreiche Anrufe eingegangen seien, bei denen es um umgestürzte Bäume in den Privatgärten gegangen sei. "Dafür ist jeder selbst verantwortlich, unsere Aufgabe ist es, die Verkehrswege frei zu halten und Gefahren für Leib und Leben abzuwenden," sagten übereinstimmend Thomas Metzer, Willichs Wehrführer, und Markus Hergett, Feuerwehr-Pressesprecher in Tönisvorst. Manchen war aber nicht zu helfen: einige riefen in Willich erneut den Notruf an, obwohl der entsprechende Einsatzleiter der Feuerwehr ihnen gesagt hatte, dass es derzeit Wichtigeres auf den öffentlichen Flächen zu tun gäbe.

(wsc)