Das Finale der Impro-Battle

Schlossfestspiele Neersen : Rotkäppchens Großmutter in New York

Einigen echten Herausforderungen mussten sich die Finalisten der vierten Neersener Schlossmeisterschaften im Improvisieren, dem „Impro-Battle“, stellen. Es wurde gespielt, gesungen, getanzt und viel gelacht.

Nach den beiden Halbfinalen in der vorigen Woche standen sie fest, die diesjährigen Finalisten im Kampf um die beste Improvisationsgruppe aus dem Ensemble der „Jungen Schlossfestspiele“. Im Ratssaal von Schloss Neersen wurde es ausgetragen, das umkämpfte Finale der „Impro-Battle“. Seit vier Jahren gibt es während der Spielzeit der Schlossfestspiele die Abende mit den jugendlichen Protagonisten, bei denen niemand vorher weiß, was ihn erwartet.

Ins Leben gerufen hat die Gruppe und den Wettstreit Sven Post, ausgebildeter Schauspieler, Regisseur und langjähriges Ensemble-Mitglied der Schlossfestspiele. Er ist es auch, der die rund 100 Gäste der Finalrunde begrüßt und die Regeln erklärt, die es trotz der eigentlich unbegrenzten künstlerischen Freiheit auf der Bühne gibt. Der Pokal, gestiftet vom Sponsor der „Jungen Schlossfestspiele“, dem Fitnessstudio „Halle 22“ aus Willich, steht derweil verheißungsvoll glänzend auf dem Piano und wartet auf das siegreiche Team.

Zwei Stunden und viele verrückte Geschichten später steht fest: Die „Anstalt Anrath“ mit Felix Bronkalla, David Haeseling, Hendrik Maus, Carla Türk und Helen Dohmen gewinnt die „Impro-Battle 2018“ und besiegt damit den Gewinner von 2016, die „Neersener Schlossgeister“ mit Rik Schreiber, Aleksandra Dohren, Serena Knüppers, Alina Weyers und Sonja Geller. Schon nach der ersten Runde führen die Anrather mit einem Punkt mehr. Während die Schlossgeister mit etwas düsterer Phantasie ans Werk gehen, um die Herausforderung zu meistern, schaffen es die Anrather mit Humor, das Publikum für sich zu gewinnen.

Nach dem ersten Warmlaufen startet die „Anstalt Anrath“ mit einem wilden Musical in die zweite Runde. Die Aufgabe ist es, Handlungen aus sieben verschiedenen Märchen, die die Zuschauer vorher genannt haben, in die Geschichte einzubauen und Lieder zu den Szenen zu singen. Außerdem muss ein Auto in der Handlung vorkommen, und das Ganze spielt in New York. Tatsächlich wird die Szene genauso abstrus, wie es klingt, und eben darum auch sehr, sehr lustig.

Aber die Neersener Schlossgeister halten dagegen. Ihre Aufgabe: zwei Teammitglieder müssen singen, was die Protagonisten in der Szene denken. Das ist nicht einfach, denn auf Zuschauerwunsch sind die Protagonisten die Zeichentrickfiguren Tom und Jerry, die Handlung spielt in einem Bielefelder Krankenhaus und am Ende stirbt Jerry. „Ein tragisches Musical erwartet Sie“, moderiert Sven Post die Szene an, bei der es aber schließlich trotz aller Tragik einiges zu lachen gibt.

 Die Zuschauer, die auch die Jury stellen, geben den Anrathern aber mehr Punkte, so dass die „Anstalt“ mit einem komfortablen Vorsprung in die nächste Runde geht. Dort aber punkten Rik Schreiber und Aleksandra Dohren von den „Neersener Schlossgeistern“ mit der gekonnten Ballettaufführung einer Szene, die sehr entfernt an einen Ausschnitt aus Wedekinds „Frühlingserwachen“ erinnert. Zuvor hatten sie die Szene schon als Theater und als Oper – ebenfalls mit Bravour - zum Besten gegeben.

Am Ende aber ist der Punktestand eindeutig: Mit 16:13 ist die „Anstalt Anrath“ vorn und gewinnt verdient Titel, Pokal, Ruhm und Ehre.