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Stadt Willich: Das eigene Heim hält frisch

Stadt Willich : Das eigene Heim hält frisch

Gute Nachbarschaft, gegenseitige Hilfen bei einem senioren- und generationsgerechten Wohnen. Dies sit das Ziel des Vereins "Plan A". Ein Meilenstein ist gesetzt: die GWG wird einen Bau mit 18 Mietwohnungen errichten.

Wo derzeit noch die Bagger gegenüber eines ehemaligen Baustoffhandels an der Osterather Straße die letzten Teile der alten Fundamente wegräumen, sollen spätestens 2012 sowohl öffentlich geförderte als auch frei finanzierte Mietwohnungen mit Wohnungsgrößen zwischen 47 und 86 Quadratmetern entstehen. Gestern wurden in der Willicher Begegnungsstätte die erste Entwurfsplanung vorgestellt.

Eigenständigkeit behalten

Ein großer Tag für die von Gisela Duinmeyer angeführte Gemeinschaft, in der sich auch Eva Joerissen und Elisabeth Icks seit langem gegen den Plan B, die Unterbringung in einem Altenheim, stark machten; Vorsitzende Gisela Duinmeyer: "Wir wollen nicht, dass man an der Pforte seine Eigenständigkeit verliert." Vielmehr zum Plan A greifen, sprich den Menschen ab 55 Jahren das gemeinsame Wohnen und die gegenseitige Unterstützung ermöglichen. "Wir packen es an, haben uns nicht überreden sondern überzeugen lassen", sagte gestern GWG-Vorstand Diether Thelen. Er ist zuversichtlich, vielleicht schon im Herbst 2010 mit dem Bau des etwa 2,5 Millionen-Projekts beginnen zu können.

Details kamen vom Willicher Architekten Norbert Rennen. Der Baukörper soll zweieinhalb Stockwerke hoch sein und ein Satteldach bekommen. Alle Wohnungen werden seniorengerecht und barrierefrei erreichbar sein, sei es über einen größtenteils verglasten Laubengang, Treppe oder Aufzug. 16 der 18 Einheiten haben Südlage. Vorgesehen sei ferner ein Gemeinschaftraum und eine Gartenanlage, in der auch ein Fahrradhaus und nur die notwendigsten Stellplätze ausgewiesen würden. Das Ehepaar Metin und Ursula Arisoy hoffen, dass es bald soweit ist. Die Schiefbahner sind 40 Jahre miteinander verheiratet, würden sofort von ihrem Einfamilienhaus in eine kleinere Mietwohnung umziehen, freuen sich schon auf die Nachbarschaftshilfe. Metin Arisoy (71): "Schon jetzt unterstützen wir uns vom Verein gegenseitig."

Gemeinsame Aktivitäten

Der Verein "Plan A" will auch im Neubau gemeinsame Aktivitäten voranbringen und sich auch um ambulante Pflegedienste kümmern. Gisela Duinmeyer dankte einigen Wegbegleitern, die sich stets für ein gemeinsames Projekt eingesetzt hatten. Angefangen vom Marita Gentsch vom Freiwilligen-Zentrum über Kämmerer Willy Kerbusch bis zum Unionspolitiker Hans Kothen. Auch Bürgermeister Josef Heyes sah einen großen Vorteil. "In eigenen Wohnungen bleiben die Senioren länger frisch und rüstig." Wobei sich Heyes auch vorstellen könnte, in späteren Jahren auch einmal in Neersen so etwas zu verwirklichen.

Davon angetan zeigte sich auch Landtagsabgeordnete Monika Ruff-Händelkes (SPD): "Das Haus wird für den ganzen Kreis Viersen einen Modellcharakter haben." Derzeit wird in Abstimmung mit "Plan A" die Entwurfsplanung modizifiert und anschließend der Antrag auf Baugenehmigung gestellt. Die GWG-Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von etwa 16 Monaten.

(RP)