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Coronavirus: Willich schließt Schule und Kita - Kempen sagt Fußball-Turnier ab

Corona : Willich schließt Schule und Kita

Die Kinder eines Willichers, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, besuchen eine Schule und eine Kita in Wekeln. Andere Kinder müssen nicht in Isolation. In Kempen ist auch ein internationales Jugendfußballturnier abgesagt.

Die Auswirkungen des Coronavirus sind vor allem in Willich immer deutlicher zu spüren. Seit gestern sind die Grundschule in Wekeln und die DRK-Kindertagesstätte Wekeln bis zum 22. März geschlossen. Der Allgemeine Schützenverein (ASV) Willich hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass alle Veranstaltungen rund um das Märzenfest am übernächsten Wochenende abgesagt werden.

Bei der Grundschule und der Kita handelt es sich um Einrichtungen, die die beiden Kinder eines Mannes aus Willich besuchen, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Die beiden Kinder waren bereits am Dienstag zu Hause geblieben und sind als Kontaktpersonen ihres Vaters in Quarantäne, teilt der Kreis Viersen mit. Die Familie werde vom Gesundheitsamt betreut. Die übrigen Kita-Kinder und Mitschüler müssen zwar nicht in häuslicher Isolation bleiben, sollen aber die Kontakte zu anderen Personen reduzieren und strengeren Hygieneregeln folgen. In häusliche Isolation müssen für die kommenden 14 Tage neben den Kindern des infizierten Mannes allerdings auch rund ein Dutzend Personen, die ebenfalls in direktem Kontakt zu ihm standen.

Dass die Hauptveramstaltung des Märzenfestes am Samstagabend, 21. März, mit rund 2000 Besuchern nicht würde stattfinden können, war schon am Dienstag klar, da es eine Weisung der Landesregierung gibt, Massenveranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen nicht stattfinden zu lassen. Bei den anderen Veranstaltungen hat die Stadt Willich zwar einen Ermessensspielraum, das Orga-Team sagt sie für den Moment aber aus zwei Gründen ab: „Wir müssen davon ausgehen, dass auch die Genehmigung hierfür widerrufen wird. Außerdem haben wir eine Verantwortung gegenüber den Schützen und den Besuchern – das macht es uns nicht möglich, die Veranstaltungen beizubehalten“, so ASV-Geschäftsführer Hans-Joachim Donath. Für das Märzenfest mit der Münchner Zwietracht wird ein Ausweichtermin gesucht, die Karten behalten ihre Gültigkeit. „Alles weitere wird in den nächsten Tagen entschieden – „dabei bitten wir um etwas Zeit, um alles zu organisieren“, sagt ASV-Präsident Joachim Kothen. „Wir sind dankbar, dass alle Veranstaltungspartner – Zeltwirt, Band, Technik und die Willicher Verwaltung – in den letzten zwei Tagen sehr konstruktiv mit uns zusammengearbeitet haben.“

In Kempen hatte die Stadt am Dienstagnachmittag den bevorstehenden Halbfastenmarkt (17. März) und das Frühlingsfest des Werberings am letzten März-Wochenende vorsorglich abgesagt. Grundlage ist die Weisung des NRW-Gesundheitsministeriums, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern nicht stattfinden zu lassen. Bei Veranstaltungen mit weniger Besuchern liegt es im Ermessen der Kommunen, ob sie stattfinden oder nicht. Wie Bürgermeister Volker Rübo am Mittwochmorgen in einer eilends einberufenen Pressekonferenz erklärte, werde die Stadt mit allen Organisatoren von Veranstaltungen Kontakt aufnehmen und prüfen, ob eine Durchführung der jeweiligen Veranstaltung möglich ist. Die Stadt Kempen hat zunächst alle Großveranstaltungen in einem Zeitrahmen von vier Wochen abgesagt, will von Woche zu Woche neu entscheiden, wie verfahren wird. Abgesagt werden soll aber schon jetzt das Internationale Jugendfußballturnier, das am ersten Mai-Wochenende auf allen Sportanlagen im Stadtgebiet stattfinden sollte. Da dazu Teams aus dem Ausland einreisen, hat man sich zur frühzeitigen Absage entschieden. Noch nicht offiziell abgesagt ist dagegen das Kempener Altstadtfest des Werberings am ersten Mai-Wochenende. Aber es steht zumindest auf der Kippe.

Wie Kempens Ordnungsamtsleiter Michael Steckel erläuterte, nimmt die Stadt zu allen Marktbeschickern, die zum Halbfastenmarkt am kommenden Dienstag kommen wollten, Kontakt auf, um ihnen die Absage mitzuteilen und gegebenenfalls bereits bezahlte Standgebühren zu erstatten. Kosten, die dem Werbering und seinem Veranstaltungspartner „X-Dreams“ durch den Ausfall des Frühlingsfestes entstehen, erstattet die Stadt indes nicht. Dafür seien Land und Bund zuständig, betonte Bürgermeister Rübo. Mit der Absage des Frühlingsfestes findet auch kein verkaufsoffener Sonntag statt. Auch im Kempener Rathaus sieht man sehr wohl, dass die Absage von Stadtfesten zu Einnahmeeinbußen des örtlichen Einzelhandels führen. Das werde man im Blick behalten: „Wir werden den Einzelhandel in dieser Situation unterstützen“, erklärte der fürs Stadtmarketing zuständige Stadtsprecher Christoph Dellmans. „Wir müssen in dieser Lage vor allem die Ruhe bewahren“, betonte Bürgermeister Rübo.