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Coronavirus: Noch kein Verdacht, aber  Kreis richtet Krisenstab ein

Coronavirus : Noch kein Verdacht, aber Kreis richtet einen Krisenstab ein

Es ist noch nichts geschehen, aber Landrat Andreas Coenen nimmt die Sache sehr ernst. In Oedt herrschte am Donnerstag eine regelrechte Hysterie.

„Wir sind noch immer in der glücklichen Lage, dass es im Kreisgebiet keinen Verdachtsfall gibt“, so Landrat Andreas Coenen am Freitagmorgen. „Aber: Wir nehmen die Lage sehr ernst. Deswegen habe ich entschieden, den Krisenstab des Kreises einzuberufen. Damit bereiten wir uns angemessen auf einen möglichen Ernstfall vor.“ Der Krisenstab ist für die Koordination der Maßnahmen und für die Weitergabe gesicherter Informationen an die Bevölkerung zuständig. „Wir bringen alle Beteiligten und Experten an einen Tisch, um handlungsfähig zu sein, sollte es einen Verdacht im Kreis geben.“

In Oedt herrschte, wie berichtet, am Donnerstag regelrechte Hysterie, als das Gerücht aufkam, in einer Arztpraxis habe es einen Verdacht auf Corona gegeben. Dem war aber nicht so. Auch Bürgermeister Manfred Lommetz bekam mit, was im Ort vorging: „Ich haben mich daraufhin sofort beim Gesundheitsamt des Kreises erkundigt. Dort bekam ich die Auskunft, dass kein Verdacht vorliegt.“ Er bat einen Mitarbeiter der Verwaltung, das bei Facebook zu posten, um die Grefrather zu beruhigen. Fast schlagartig endete dort die Diskussion, die ohnehin nur Spekulationen bot und die Stimmung hochkochen ließ – bis hin zur Mutmaßung, nun müsse wohl ganz Oedt evakuiert werden.

Zu Irritationen war es am Donnerstag auch in Willich gekommen, weil bei einem Rettungsdiensteinsatz Angaben der meldenden Person zu Unklarheiten geführt hatten, ob bei einer Erkrankung eine Verbindung zum Coronavirus vorliegen könnte. „Als reine Vorsichtsmaßnahme wurde daher von der Kreisverwaltung festgelegt, diesen Fall unverzüglich durch das Gesundheitsamt prüfen zu lassen“, teilte die Stadt Willich am Freitag mit.

Die Justizvollzugsanstalten Willich I und II gaben bekannt, dass sie zunächst bis Montag den Publikumsverkehr einschränken. Die Maßnahme betreffe primär die Besucher und Betreuer der Gefangenen. Aktuell gebe es jedoch weder einen Infektionsverdacht noch einen Infektionsfall. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Rechtsanwälte sind zugelassen, sollten aber nur dringend notwendige Termine vereinbaren.