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Stadt Kempen: Cooler Jazz-Swing in der Haltestelle

Stadt Kempen : Cooler Jazz-Swing in der Haltestelle

Die Kölner Jazzsängerin Ariane Jacobi und ihr Trio spielen am Donnerstag in Kempen. Neben den herausragenden Musikern ist eine außergewöhnliche Sängerin zu erleben - die auch Moderatorin im WDR zu hören ist.

Schon am Telefon klingt ihre Stimme außergewöhnlich. Wenn man auf ihrer Webseite die Hörproben ansteuert, ist man ganz schnell begeistert. Live kann man Astrid Jacobi, Jazzsängerin aus Köln, am Donnerstag, 29. Oktober, in der Haltestelle erleben. Zu hören werden in erster Linie Standards sein - aber ganz individuell von ihr interpretiert. Begleitet wird sie von ausgezeichneten Musikern wie Martin Sasse am Klavier, Ingo Senst am Kontrabass und Peter Peuker am Tenorsaxofon.

Mit 14 war Ariane Jacobi klar, dass sie Jazzsängerin werden will. Studiert hat sie aber ganz was anderes: Germanistik, Kunstgeschichte und Musikpädagogik. Doch schon während des Studiums stand sie als Jazzsängerin auf der Bühne. Seitdem geht sie konsequent ihren Weg. In ihrem Begleittext zu ihrer CD grenzt sie sich ab; "Blond, attraktiv, Vokal Jazz. Attribute, die bei nicht wenigen die Alarmglocken läuten lassen." Denn da gibt es ja die "skandinavischen Sirenen", die eher Pop als Jazz aufbieten, oder die amerikanischen Singer-Songwriterinnen, "die leise autobiographische Tristesse verströmen."

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Ihre Liebe zum Jazz hat sie durch Platten von Billie Holliday entdeckt, auch eine außergewöhnliche Stimme mit schwarzer Seele. Die Intensität der Musik, die sie bei Holliday hörte, hat sie völlig in ihren Bann gezogen. Sie war von der Leidenschaft in den Songs berührt, so wollte sie auch singen. "Ich fühlte mich hier, im Jazz, mit meinem rauen Stimmsound zum ersten Mal gut aufgehoben." Als Kind hat Ariane Jacobi immer unter ihren tiefen, kehligen Stimme gelitten. Jetzt ist sie ihr Kapital - das sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Moderatorin, Sprecherin und Stimmtrainerin einsetzt. Jacobi ist ein Naturtalent, das nie Gesang studiert hat. Ihre Lehrer waren Platten: "Ich liebe Swing, Coll Jazz, Bebob. Bei mir begann alles mit Billie Holliday, Sarah Vaughan, Anita O'Day und Maxine Sullivan und ging bis zum Blues zurück."

Jetzt hat sie seit 1996 ihr eigenes Ensemble. Für die Musiker, die mit ihr auf der Bühne stehen, wählt sie Bezeichnungen wie grandios, wahnsinnig und wundervoll. "Es ist ein Vergnügen, mit solchen Musikern auf der Bühne zu stehen." Saxofonist Peter Peuker beendete sein Studium am Konservatorium Hilversum mit Auszeichnung und dem Konzertexamen. Er zählt mit seinem "Stan Getz"-artigen Sound zu den gefragtesten Solisten der niederländischen Jazzszene. Ingo Senst studierte am Conservatorium Hilversum. Er ist einer der gefragtesten Jazzbassisten der deutschen Szene, auch aufgrund seiner stilistischen Bandbreite. Ingo Senst wirkte bei Produktionen des NDR, WDR, NOS (NL) und dem ZDF mit. Bei Martin Sasse ist es ein Wiederhören, er war bereits mit Kerstin Korb und Peter Baumgärtner in der Haltestelle zu Gast. Martin Sasse gilt seit über 25 Jahren als einer der gefragtesten Jazzpianisten Deutschlands. Seine CD-Veröffentlichungen sind in amerikanischen und japanischen Radio-Playlists regelmäßig ganz oben vertreten. Für seine CD-Produktion "Good Times" (Nagel-Heyer Records) mit Charlie Mariano, erhielt Martin Sasse den "Preis der deutschen Schallplattenkritik 4/2010".

Ariane Jacobi findet es herrlich an diesen Musikern, "dass sie, wenn sie solieren, so perfekt und rund klingen, als würden sie kleine Eigenkompositionen spielen." Es swingt mit dieser Band, verspricht sie. Die Musiker hätten genau den Sound, den sie brauche, um ihr Gefühl in die Songs zu legen. Denn beim Singen gehe es darum, ein Storyteller zu sein, eine Geschichte glaubhaft zu erzählen. Der nächste Halt dafür ist die Kempener Haltestelle.

(RP)