Stadt Willich: Chorprobe vor der Kamera

Stadt Willich : Chorprobe vor der Kamera

"Mit Musik geht alles leichter." Das dachten sich sicherlich die Sänger, die sich schon im Jahr 1864 zum Männergesangsverein (MGV) "Liederkranz" zusammen fanden. Dies ist aber auch das Motto eines großen Konzertes des Willicher Männerchores am Samstag, 7. November, 20 Uhr, im Kaisersaal Schiffer. Zu einer Chorprobe ist jetzt ein Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gekommen. "Das ist ein lockerer und harmonischer Haufen", stellt Chorleiter Juri Dadiani (60) den Chor vor. Der diplomierte und mehrfach ausgezeichnete gebürtige Georgier ist ständig mit seinem Dirigentenstab unterwegs, betreut derzeit nicht weniger als acht Chöre.

Ständchen und Tonleiter

"Ich bin gespannt, einige Kostproben von Ihnen zu hören", sagt WDR-Redakteurin Astrid Linn in Richtung der etwa 30 Sänger. Nach ersten Ständchen für einige "Geburtstagskinder" singt das kraftvolle Ensemble die Tonleiter rauf und runter. Tontechniker und Kameramann setzen alles in rechte Licht oder in den klaren Ton. Derweil kramt die Redakteurin in einem historischen Fotoarchiv. Sie findet eine Aufnahme des "Liederkranzes" aus dem Jahr 1924.

"Mir macht es noch immer großen Spaß", plaudert der mit 86 Jahren älteste Sänger, Peter Hansen, ins Mikrofon. Der einstige Kupferschmied ist seit 1937 beim "Liederkanz" dabei. "Schade, dass in den Schulen nicht mehr so viel musiziert wird wie früher", sagt er. So mangelt es dem Chor auch an jüngerem Nachwuchs. Man will unbedingt den zwischen 65 und 70 Jahren liegenden Altersdurchschnitt nach unten korrigieren. "Obwohl der Gesang nicht vom Alter, sondern von der Einstellung abhängig ist", weist Chorleiter Dadiani darauf hin, dass in einem seiner Chöre, dem Volkschor Dinslaken, sogar zwei Frauen dabei wären, die die 90 Jahre schon überschritten hätten. "Dennoch brauchen wir jüngere Sänger", lädt das "Küken" des Willicher Chores, der 50-jährige Sozialversicherungsfachwirt Wolfgang Schmitz, Interessierte zu den wöchentlichen Proben ein: Jeweils dienstags, ab 17.45 Uhr, Kaisersaal.

Dass der "Liederkranz" jung geblieben ist, will der Chor mit einigen Solisten aus bekannten Opernhäusern am Samstag, 7. November, beweisen. Nach dem großen Erfolg des vergangenen Jahres rechnen die Sänger mit etwa 400 Gästen. Nur noch wenige Karten sind zu haben. Neben Opern- und Operettenmelodien werden Musicals, Gospels und moderne Kompositionen zu hören sein. "Von Mozart, Lehar bis zu den Bläck Fööss und Dieter Bohlen ist alles dabei."

"Geht das klar mit den Kulissenvorhängen, mit den Umkleidekabinen und mit dem Mischpult?". Natürlich werden auch beim Treffen der Bass- und Tenorsänger weitere Vorbereitungen für das konzertante Großereignis im November getroffen. Generalprobe wird am 3. November sein. "Toi, toi, toi", wünscht das Team des WDR. Astrid Linn gibt den Sendehinweis: "Wahrscheinlich zeigen wir von der Chorprobe am Samstag, 17. Oktober, in der Aktuellen Stunde, ab 19.30 Uhr, einen etwa dreieinhalbminütigen Film."

(RP)
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