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Stadt Willich: Caritas als neuer Träger für Begegnungsstätte

Stadt Willich : Caritas als neuer Träger für Begegnungsstätte

Der Sozialausschuss befürwortet einstimmig, dass der Caritasverband Kempen-Viersen die Trägerschaft für die städtische Begegnungsstätte in Schiefbahn übernimmt. Die Begegnungsstätte ist im alten Rathaus untergebracht, ebenso seit April 2008 das von der Caritas getragene Freiwilligenzentrum. Im Laufe der Monate haben sich zahlreiche gemeinsame Projekte und Veranstaltungen entwickelt: Wohnberatung, gemeinsames Kochen, Gitarren- und Literaturkursus. Außerdem hat das Freiwilligenzentrum die in der Begegnungsstätte tätigen Aushilfen vermittelt.

Vom Konzept überzeugt

Die Politiker hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: Noch vor den Sommerferien hatten sie der von der Caritas vorgeschlagenen und von der Verwaltung unterstützten Übernahme äußerst kritisch gegenüber gestanden – zumal diese dem Ausschuss erst kurzfristig vorgeschlagen worden war. Allerdings seien sie von dem Konzept der Caritas mittlerweile überzeugt, so die Fraktionen im Sozialausschuss. Der Caritasverband möchte die Aktivitäten in der Begegnungsstätte ausbauen und den bisherigen offenen Treff erhalten. Als Leiterin wird Marita Gentsch, die Leiterin des Freiwilligenzentrums und ausgebildete Sozialpädagogin, die fachliche Verantwortung haben. Die Caritas stellt zwei Teilzeitkräfte ein, die die Betreuung der Besucher übernehmen. Über eine "aktivierende Befragung" – schriftlich an alle über 55-Jährigen – sollen Interessen der Senioren festgestellt und diese zu ehrenamtlichem Engagement aufgefordert werden. "Es sollen Gruppen entstehen, die sich selbst organisieren", so Gentsch. Nach der Befragung wird es eine Großveranstaltung zur Gruppenfindung geben. Außerdem soll ein Servicecenter eingerichtet werden, in dem es beispielsweise eine Wohnberatung oder eine Pflegeberatung geben wird. Trotz aller Aktivitäten sollen sich die "hochbetagten" Besucher weiter in der Begegnungsstätte wieder finden.

Im Sozialausschuss wurde der Zeitrahmen noch präzise definiert: Die städtische Begegnungsstätte soll am 23. Dezember schließen und die von der Caritas getragene Einrichtung direkt nach dem Jahreswechsel wieder öffnen. So soll ein Veränderungssignal gesetzt, aber eine lange Schließung umgangen werden. Finanziell bringt die Veränderung der Stadt nichts: Statt städtische Mitarbeiter in der Begegnungsstätte zu bezahlen, zahlt sie dieselbe, im Haushalt vorgesehene Summe, als Zuschuss an die Caritas. Die bisherige Leiterin der Begegnungsstätte wechselt innerhalb der Willicher Verwaltung in eine andere Funktion.

(RP)