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Tönisvorst: Captain Sorglos und das Cybermobbing

Tönisvorst : Captain Sorglos und das Cybermobbing

Realschüler diskutierten über die Gefahren, die im Internet lauern.

Klar, das ist völlig harmlos. "Ein Klick, und alle Informationen, die über jemanden im Netz verbreitet wurden, sind gelöscht, oder?" Captain@Sorglos sieht keine Gefahren im Netz. Kinderpornos? "Ach was, das sind doch junge Profischauspieler, die da mitmachen", sagt der Internetgeist.

Billa (gespielt von Eva Korte) und Silvio (Massimo Tuveri) erleben das anders. Silvio ist das Opfer von Cybermobbing, der üblen Nachrede im Internet, geworden und plötzlich ist es gar nicht mehr so cool, dass jeder all das sehen und lesen kann, was da über ihn steht. "Weil das anonym ist, trauen sich die Leute, ins Netz noch mehr Gemeinheiten zu stellen", wird bei der anschließenden Diskussion ein Mädchen aus dem Zuschauerraum sagen.

Rund 400 Schüler der Klassen 6 bis 9 der Realschule Leonardo da Vinci Tönisvorst sitzen im Forum Corneliusfeld und verfolgen die Geschichte von Billa und Silvio, wie sie Schüler, die bei Facebook unterwegs sind, Videos auf You Tube hochladen und mit Handys ausgestattet sind. Die Nähe zum Alltag des jugendlichen Publikums ist kein Zufall. "Der Regisseur hat zunächst in Schulen recherchiert und die Jugendlichen nach ihren Erlebnissen im Netz gefragt", erzählt Schauspielerin Eva Korte. Dreimal wurde das Stück seitdem überarbeitet, um nah am Nerv der Zeit zu bleiben.

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Und auch wenn einige Schüler sich ganz lässig geben, dürften das Stück und die anschließende Diskussion doch zum Nachdenken aufgefordert haben. In den nächsten Tagen bleibt das Thema an der Realschule präsent, denn für die Lehrer, die bei der Aufführung ebenfalls zuschauen durften, gab es reichlich Informations- und Arbeitsmaterial, das der Verein "Zartbitter" zusammengestellt hat. Ermöglicht hat die Aufführung von "Click It" der Stadtkulturbund.

Das Stück spricht alle Gefahren an, die im Internet, den sogenannten sozialen Netzwerken und der Medienwelt lauern: Handygewalt, Verleumdung durch manipulierte Videos, Kinderpornografie, Gewaltvideos und der Aufruf, jemanden zum "Opfer" zu machen. Bei den Schülern kommt die einstündige Aufführung ob ihrer Sprache, den Einspielungen und dem guten Schauspiel an. In der anschließenden Diskussion weisen die Schauspieler darauf hin, dass Cybermobbing strafbar ist und dass jeder sich dagegen wehren könne. "Redet mit Euren Eltern oder Lehrern, wendet Euch an Beratungsstellen oder die Polizei", rät Massimo Tuveri. Es gebe viele Möglichkeiten, den Täter zu ermitteln, denn: "Leute im Netz zu diskriminieren ist kein Spaß."

Eva Korte betont noch mal, wie wichtig es sei, wachsam zu bleiben: "Im Internet kann sich jeder eine andere Identität geben, also überprüft die Leute, bevor ihr eine Facebook-Einladung annehmt."

(ws03)