80.000 Quadratmeter in Willich Was wird aus dem Bundeswehr-Gelände?

Willich · Das große Gelände im Willicher Norden wird seit vielen Jahren von der Bundeswehr genutzt – allerdings nicht sehr intensiv. Die Politik hätte dort gern ein Wohngebiet.

Einen trostlosen Anblick bietet das Bundeswehr-Gelände an der Krefelder Straße seit vielen Jahren.

Einen trostlosen Anblick bietet das Bundeswehr-Gelände an der Krefelder Straße seit vielen Jahren.

Foto: Marc Schütz

Die Wohnraum-Situation in Willich ist zumindest verbesserungswürdig – es gibt mehr Nachfrage als Angebote. Die CDU hatte deswegen zur jüngsten Ratssitzung eine Anfrage an die Verwaltung gestellt: Wie gestaltet sich die Zukunft des großen Geländes an der Krefelder Straße, das seit Jahrzehnten von der Bundeswehr genutzt wird? „Die geringe Nutzungsintensität“ auf der Fläche werfe seit Langem die Frage auf, ob dieses Areal „nicht als ein großes Entwicklungspotential für die Stadt Willich betrachtet werden kann und genutzt werden sollte“. Alle Politik-Ebenen hätten zugesagt, sich um die Frage nach Wohnraum zu kümmern. Allerdings sei für Willich kaum oder gar nicht zu erwarten, dass neue Wohngebiete ausgewiesen würden, da der Flächenverbrauch beschränkt werde.

Die Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger sagte, dass die Stadt das Grundstück gern nutzen wolle und sich darum kümmere. Es sei aber schwierig, Ansprechpartner zu finden. Das Areal gehöre der Bundeswehr und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) ergänzte, dass die Stadt bereits 2021 im Rahmen des Besuchs auf der Immobilienmesse Expo Real mit Vertretern der Bima gesprochen habe, es aber noch kein Ergebnis gebe.

Das rund 80.000 Quadratmeter große Gelände liegt an der Krefelder Straße mitten im Wohngebiet im Willicher Norden. In der Vergangenheit haben Verwaltung und Politiker mehrerer Fraktionen bereits mehrfach versucht, eine Nutzung für Willich zu erzielen. So war es im November 2015 als mögliche Unterbringung für die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge im Gespräch. Damals hatten sich auch die Bundestags-Abgeordneten Uwe Schummer (CDU) und Udo Schiefer (SPD) eingeschaltet. Der Plan wurde aber nicht realisiert. Früher hat die Bundeswehr die Gebäude zur Lagerung von Material genutzt. Aktuell werden dort Bundeswehr-Akten aufbewahrt. Auf der Webseite der Bundeswehr ist zu finden, dass die Schließung des Geländes „voraussichtlich“ auf 2026 terminiert ist.

(djm)