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Bürgermonitor: Anrather Hans-Gerd Schroers sammelt weggeworfene Glasflaschen ein

Bürgermonitor : Flaschen liegen am Straßenrand

Seit Wochen sammelt der Anrather Hans-Gerd Schroers Glasflaschen auf, die andere in Mengen wegwerfen.

Wenn Hans-Gerd Schroers zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf seinen täglichen Runden in Richtung Donk unterwegs ist, dann hat er einen Beutel oder einen Fahrradkorb dabei. Denn die Strecke entlang der Hausbroicher Straße, die er dafür entlanggeht oder -fährt, scheint jemand mit einem Glascontainer zu verwechseln. Seit Wochen ist dem Anrather auf seinen Fitnessrunden aufgefallen, dass Unmengen von leeren Weinflaschen, aber auch einige Bierflaschen dort liegen.

„Mich hat dieser Müll schon lange genervt. Aber den Entschluss, für Abhilfe zu sorgen, habe ich erst vor einigen Wochen gefasst“, berichtet Schroers. Bei einer seiner Spazierrunden traf er eine junge Frau, die Müll aufsammelte. Sie kamen ins Gespräch, und Schroers erfuhr, dass sie in regelmäßigen Abständen den Fahrradweg von Neersen nach Anrath abfährt und den dort liegenden Müll aufsammelt. „Ich war beeindruckt. Man ärgert sich irgendwie immer über wild in der Natur weggeworfene Sachen, aber meistens bleibt es dabei, sich zu ärgern. Ich dachte mir, ich folge dem Beispiel der Frau und tue etwas dagegen“, erinnert er sich.

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Schroers startete mit dem Auflesen. In den vergangenen drei Wochen waren es allein über 80 Flaschen, die er aufsammelte. Das Gros sind Weinflaschen. Dornfelder, Grauburgunder und Silvaner. Dazu kommen einige wenige Bierflaschen. Sie alle lagen bislang auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern. Los geht es am Ortsausgang von Anrath an der Hausbroicher Straße bis hinter den Hausbroicher See. Auch zerschlagene Flaschen gehören dazu. An die geht Schroers mit einem Greifer heran. „Kinder, Hunde und Wildtiere können sich daran verletzen. Das muss nicht sein“, sagt der Anrather.

Inzwischen ist Schroers regelmäßig am Glascontainer anzutreffen, wo er alle Flaschen samt den Scherben ordnungsgemäß gesorgt. Wer ihn dort so oft beim Entsorgen der vielen Weinflaschen sehe, denke bestimmt, er sei ein starker Trinker, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. Dann wird ­Schroers­ wieder ernst. Für ihn ist es absolut unverständlich, wie jemand seinen Glasmüll auf diese Art und Weise entsorgen kann. Er will nicht mehr wegschauen, sondern geht aktiv dagegen an.

Das Problem von Glasflaschen, allerdings in Form von kleinen Schnapsflaschen, kennt eine weitere Anwohnerin in diesem Gebiet ebenfalls. Allerdings liegen diese mit schöner Regelmäßigkeit in den Pferdkoppeln, wo die gesamte Familie diese aufsammelt, damit sich die Pferde nicht an den Flaschen verletzen. Das Problem der illegal entsorgten Wein- und Bierflaschen ist der Stadt Willich bekannt. Ein Bürger hat den Missstand bereits telefonisch gemeldet. „Die Mitarbeiter der Gemeinschaftsbetriebe werden ab jetzt wöchentlich kontrollieren. Wobei dann erst geprüft werden muss, ob der Bereich, in dem die Flaschen abgelegt werden, öffentliche oder private Fläche ist“, teilt die Pressestelle der Stadt Willich mit.

Achtlos weggeworfener Müll ist generell ein Problem, mit dem sich die städtischen Mitarbeiter regelmäßig befassen müssen. Engagierten Bürgern, die sich einbringen und weggeworfene Verpackungen nicht liegen lassen, sondern in die dafür zuständigen Müllbehältnisse werfen, ist die Stadt dankbar. Nicht nur bei der jährlichen Aktion „Willi Wisch“ kann jeder helfen, die Stadt Willich sauber zu halten. Wobei es das Schönste wäre, wenn es erst gar nicht zu dem Problem dieser Müllentsorgung käme, weil niemand seinen Müll einfach draußen wegschmeißen würde.

Und dann gibt es da noch eine Sache, die Schroers ebenfalls nur verständnislos den Kopf schütteln lässt. Es handelt sich um mit Hundekot gefüllte Plastikbeutel, die einfach in der Natur entsorgt werden, anstatt in einer Mülltonne zu landen. „Die Vorgehensweise, einen Plastikbeutel im Grün zu entsorgen, entzieht sich meiner Logik. Es kann doch nicht so schwer sein, einen solchen Beutel bis zum nächsten Mülleimer mitzunehmen“, sagt er.