1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Bürgerbus Schiefbahn: Jungfernfahrt von der Hubertuskirche aus

Jungfernfahrt : Bürgerbus dreht jetzt seine Runden

Schiefbahn hat jetzt auch einen Bürgerbus: Zur Jungfernfahrt kamen am Montagmorgen viele Fahrer und Verantwortliche aus Politik und Verwaltung.

Das Gedränge an der Haltestelle am Hubertusplatz am Montag gegen 9.30 Uhr war groß: Die meisten Wartenden trugen grüne Westen. Es waren die Fahrerinnen und Fahrer des Schiefbahner Bürgerbusses, der offiziell an den Start ging. Jürgen Weiler, der Wagenmeister, sollte die erste Bürgerbus-Tour fahren.

Bürgermeister Josef Heyes läutete genau um 10 Uhr eine kleine Glocke. Sie stammt von der früheren Schiefbahner Volksschule, die bis 1964 am jetzigen Hubertusplatz gestanden hatte. Das akustische Signal bedeutete den Start des Bürgerbusses in Schiefbahn. Ernst Kuhlen, der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, zog eine positive Bilanz: „Die Gründungsversammlung hat im März letzten Jahres im Niederheider Hof stattgefunden.“ Dann sei alles relativ schnell gegangen – zu schnell, um einen neuen Bus präsentieren zu können. Der moderne Unterflurbus ist zwar bestellt, geliefert wird er aber voraussichtlich erst im Frühjahr nächsten Jahres. Die Mitglieder des Bürgerbusvereins sind dankbar, dass die Stadt einen gebrauchten Mercedes Sprinter angeschafft hat, der bis vor Kurzem in Erntebrück im Einsatz war. Wenn das neue Fahrzeug ausgeliefert wird, wird dieser Sprinter als Ersatzfahrzeug für die Bürgerbusvereine zur Verfügung stehen. Leider können erst, wenn das neue Fahrzeug da ist, Werbekunden gesucht werden, die den Bus als Werbefläche nutzen und so zur Reduzierung der Betriebskosten beitragen können.

Erfreulich: Die Suche nach Fahrerinnen und Fahrern war erfolgreich, 36 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sind bereit, den Bus zu festgelegten Zeiten zu fahren, darunter die frühere Technische Beigeordnete der Stadt Willich, Martina Stall, und der Vorsitzende des Planungsausschusses Christian Pakusch sowie FDP-Ratsherr Karl-Heinz Koch. „Ich fahre am Freitag, 13. September, meine erste Tour“, sagte Pakusch.

Jeannette Gniot, als Quartiersmanagerin für Schiefbahn zuständig, war glücklich: „Es ist großartig, dass es jetzt auch in Schiefbahn einen Bürgerbus gibt.“ Das Projekt sei von den Bürgern initiiert und umgesetzt worden. Patricia Ohlenforst-Jakobi ist Angestellte der Stadt Willich und übernimmt die Verwaltung für die Bürgerbusse in Anrath, Willich und Schiefbahn. Auch sie steht voll hinter dem Projekt: „Der Bürgerbus trägt zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei. Ich kenne Senioren, die drehen regelmäßig eine einstündige Runde im Bürgerbus, um sich zu unterhalten.“ Erwin Devolder von den Stadtwerken Krefeld war bei der Jungfernfahrt ebenfalls da; er hat die Fahrerinnen und Fahrer ausgebildet und war von Anfang an mit im Boot. Die Fahrerinnen und Fahrer haben unter anderem gelernt, dass es auf haftungsrechtlichen Gründen strengstens verboten ist, Fahrgäste außerhalb der Haltestellte aufzunehmen oder aussteigen zu lassen.

In Anrath gibt es den Bürgerbus jetzt im 17. Jahr. Pro Jahr werden rund 10.000 Fahrgäste befördert. Der Vorsitzende des dortigen Bürgerbusvereins, Matthias Zeies, scherzte: „Die Fahrt mit dem Bürgerbus sollte der kulturelle Höhepunkt im Leben eines jeden Schiefbahner Bürgers sein.“ Für Bürgermeister Josef Heyes könnte der Bürgerbus „das Sprachrohr für die Schiefbahner“ werden. Wichtig ist dem Verein darauf hinzuweisen, dass der Bus nicht nur etwas für Senioren ist. Im Kofferraum ist Platz nicht nur für Gehhilfen, sondern auch für Kinderwagen und anderes sperriges Gepäck.