Stadt Willich: Bürgerbus: Der 125.000 Fahrgast

Stadt Willich : Bürgerbus: Der 125.000 Fahrgast

Es ist eine echte Bürgerinitiative. Und eine echte Erfolgsgeschichte. Mit den Eheleuten Marlitt (84) und Konrad Ix (86) konnte der Bürgerbusverein Anrath nun seinen 125.000ten Fahrgast im Doppelpack begrüßen. Zu ihren Ehren hatte der Kleinbus mit den vielen bunten Aufschriften sogar seine planmäßige Route verlassen und das Wohnhaus des Ehepaares auf der Heribertstraße angesteuert. Dort überreichte Matthias Zeies, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, einen Blumenstrauß und eine Urkunde.

Marlitt und Konrad Ix nutzen den Bürgerbus etwa einmal im Monat, meist für Fahrten zum Friedhof. Ihre nächste Haltstelle ist nur wenige Meter entfernt, an der Anrather Kirche. Zwar hat Konrad Ix noch einen privaten PKW, "doch den benutze ich nach Möglichkeit nicht", sagt er. "Sehr gut" finden die beiden den Bürgerbus. Sie berichten von vielen älteren Menschen, die wie sie, dieses Angebot gerne wahrnehmen. Eine willkommene, zuverlässige und preisgünstige Erweiterung der Mobilität stellt der Bürgerbus vor allem für ältere und behinderte Menschen dar.

Eine Fahrt kostet einen Euro, Kinder zahlen die Hälfte, Schwerbehinderte fahren umsonst mit. Seit 15 Jahren fahren in Anrath "Bürger für Bürger". "Unser Ziel ist es, die Mobilität im Stadtteil Anrath zu erhöhen", erläutert Matthias Zeies. Dieses Ziel kann mit rund 10.000 Fahrgästen jährlich wohl als erreicht angesehen werden. Eine Million Kilometer legten die Bürgerbusse in den vergangenen 15 Jahren zurück. Gefahren wird der Bürgerbus von Menschen wie Johannes Stauten.

Der 72-jährige ist gebürtiger Anrather und war früher Fahrer des Landrats im Kreis Viersen. Er übernimmt regelmäßig den dreistündigen Samstagsdienst, einfach weil es Spaß mache und er sich für seinen Heimatort gern einsetzen will. 36 Männer und Frauen bilden das Team der ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer. Die meisten sind älter als 60 Jahre alt. Seit dem Start der Aktion sind es schon Fahrer in der zweiten und dritten Generation, die hier mitmachen.

Doris Wißler (66) fährt zumeist dienstags. "Ich finde es wichtig, dass man sich für ältere Menschen sozial einbringt," sagt sie, die auch im Vorstand des Vereins aktiv ist.

(evs)
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