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Stadt Willich: Besinnung auf die Heimatwurzeln

Stadt Willich : Besinnung auf die Heimatwurzeln

In Zeiten der Globalisierung scheint es zugleich und verstärkt eine Rückbesinnung auf die Frage nach den eigenen Wurzeln zu geben. Diesen Eindruck gewann jedenfalls die Anrather Künstlerin Beate Krempe auf ihren Reisen durch die Republik. Daher motivierte sie Heimatkünstler, ihren Beitrag zur 1000-Jahr-Feier von Anrath zu leisten. In der Volksbankfiliale am Kirchplatz 19 findet die Ausstellung dank der Unterstützung durch Filialleiterin Angela Metz und Bereichsleiter Michael Dieker für zwei Wochen nicht nur einen zentralen und belebten Ort, sondern auch einen angemessenen historischen Rahmen. Schließlich war das Gebäude einst ein altes Leutnanthaus und steht inzwischen unter Denkmalschutz.

Für die 44-jährige Künstlerin und Designerin Beate Krempe wurde Anrath vor 17 Jahren zur Heimat. Speziell für die Jubiläumsausstellung schuf sie zwei schmale Hochformate. Ein im Keller gefundenes Tapetenstück bildet im ersten Bild "den richtigen Hintergrund" und wird über seine geschwungene Musterung zum Symbol eines Weges, ausgehend von den Schuhmotiven am unteren Bildrand. Mehr oder weniger deutlich schälen sich Motive als Erinnerungsfetzen heraus. Über allem schwebt nicht der gern verbrämte Heimathirsch, sondern der Kopf einer niederrheinischen Kuh. Die andere Collage umspielt in Anlehnung an den Film "Big Fish" den verklärten Rückblick in die Kinderzeit. Die Oberflächenbearbeitung vibriert im feucht dunstigen Licht, das so typisch für die hiesige Landschaft ist.

In den Bildern der sieben beteiligten Hobbykünstler taucht häufig die Kirche vor Ort als lieb gewonnenes Motiv auf. Herbert Thissens Arbeiten überzeugen mit ausgefallenen und assoziationsreichen Hinweisen. Das Vexierspiel schemenhaft angedeuteter Innen- und skizzierter Außenräume in der Verflechtung der Elemente von katholischer und evangelischer Kirche thematisieren die "Ökumene Anrath". Eine Zeichnung des vierjährigen Enkels regte ihn zum Motiv mit dem historischen Gebäude der Volksbank an. Über die Freundschaft mit Beate Heuer wurde Krempe auf die Aquarelle von deren Vater, den 1988 verstorbenen Heimatkünstlers Hans Kellers aufmerksam. Sein Blick galt der typischen Niederrheinlandschaft.

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Sie hat es offenbar auch Peter Enger angetan. Sein "Anrath vor der Ernte" zeigt die ausgedehnten Felder unter tief liegendem Himmel. Mit den melancholisch heiteren Klängen des Irish Folk spürte der Anrather Rainer Jacobs mit der Band "Low Rhine Busters" einer dem Niederrhein verwandten Atmosphäre musikalisch nach.

(RP)