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Kreis Viersen: Berger und Weisbrich gewählt

Kreis Viersen : Berger und Weisbrich gewählt

Die Albert-Mooren-Halle in Oedt war zu klein für die Menge der Teilnehmer: Die Kreis Viersener CDU stellte am Samstag ihre Kandidaten für die Landtagswahl im Mai 2010 auf. Mehr als 550 Mitglieder stimmten ab.

Die Abstimmung ergab ein eindeutiges Ergebnis: Die CDU-Mitglieder nominierten beim Kreisparteitag am Samstag in Oedt Dr. Stefan Berger (Ostkreis) und Christian Weisbrich (Westkreis) als Landtagskandidaten für die Wahl am 9. Mai 2010. Beide gehören derzeit bereits dem Landesparlament an. In geheimer Abstimmung erhielt Berger 351 von 500, Weisbrich 359 von 498 gültigen Stimmen.

Sowohl Berger als auch Weisbrich hatten in ihren Bewerbungsreden mehr überzeugt als ihre jeweiligen Partei-internen Mitbewerber: Für den Ostkreis war der Dülkener Michael Aach, der neue Vorsitzende der Kreistagsfraktion und Mitglied des Viersener Stadtverbandes, und für den Westkreis Luise Fruhen, stellvertretende Landrätin, Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau in Tönisvorst, angetreten. Aach hatte erklärt, er wolle das Landtagsmandat zu mehr Verwurzelung im Kreis führen, verschenkte aber viele Sympathien, als er sich zu seinem Mitbewerber Stefan Berger wie zu einem parteipolitischen Gegner äußerte: Er, Aach, wolle frischen Wind hereinbringen, kein "wird schon werden, weiter so". Dieser Satz wurde von vielen Parteimitgliedern mit Buh-Rufen quittiert.

Seine beste Rede

Berger selber überzeugte mit seiner Rede, die einige Zuhörer als seine beste überhaupt bezeichneten: Er verwies darauf, dass er zehn Jahre Erfahrung im Landtag habe: "Erfahrung und Kontinuität bringen Erfolg." Für Berger waren wichtige Themen seiner bisherigen politischen Arbeit der Ausbau der Familienförderung, der Lärmschutz entlang der Eisenbahntrassen und die Beibehaltung aller drei Schulformen. Jetzt will er sich für die Verlängerung der Regio-Bahn einsetzen. Er habe bislang mit allen Vorsitzenden der Kreistagsfraktion gut zusammen gearbeitet, das werde er auch mit Aach tun, versicherte er.

Luise Fruhen sagte, ihre Bewerbung sei "kurzfristig, aber wohlüberlegt" zustande gekommen. Es sei wichtig, in Düsseldorf gegen den Linksblock zu arbeiten, das könne die CDU schaffen, "aber wir müssen uns anstrengen". Sie kritisierte, dass das Vertrauen der Wähler zur CDU sinke. Für sie waren zentrale Themen Schuldenabbau, Förderung von Kindern und Familien und Unterstützung der Landwirtschaft. Außerdem wäre es für die Frauen in der CDU ein gutes Zeichen der Chancengleichheit, wenn für eines der drei höchsten Mandate eine Frau aufgestellt werde.

Dagegen verwies Weisbrich auf seine in den vergangenen zehn Jahren gewachsene Vernetzung im Düsseldorfer Landtag: Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Bereiche Haushalt und Finanzen sowie haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Noch nie war ein Mitglied unseres Kreises höherrangig in die Landespolitik eingebunden als ich." Er biete der Partei seine Erfahrung, seine Kompetenz und seinen Einfluss an.

(RP)