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Beate Krempe und Waleed Ibrahim von der Willicher Kunstgalerie „Art 101 Gallery“ laden zu einem ungewöhnlichen Kunstprojekt ein.

Projekt : Kunst contra Corona

Beate Krempe und Waleed Ibrahim von der Willicher Kunstgalerie „Art 101 Gallery“ laden zu einem ungewöhnlichen Kunstprojekt ein. Unter dem Titel „Quarantäne, Kunst & Stories“ kann jeder künstlerisch aktiv werden.

Aber mehr noch: Für die Altersklasse sechs bis 27 Jahre gibt es Leinwände, Acrylfarben, Pinsel, Hefte und Stifte kostenlos. „Eigentlich wollten wir auch nur diese Altersgruppe in der aktuellen Corona-Quarantänesituation ansprechen. Aber es haben uns so viele Erwachsene gefragt, ob sie auch mitmachen können, dass wir nun alle einladen, sich zu beteiligen. Das kostenfreie Material gibt es allerdings nur für die eigentlich vorgesehene Altersgruppe“, berichtet Krempe. Die Anrather Diplom-Designerin und Künstlerin hatte die Idee zu dem Angebot, bei dem es darum geht, sich künstlerisch mit der Corona-Situation auseinanderzusetzen. Auslöser war eine Anfrage der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW, abgekürzt LAG. Sie startete bei den Künstlern mit denen sie zusammenarbeitet, einen Aufruf, wer Ideen habe, wie man trotz der Isolierung durch Corona gerade junge Leute ansprechen könnte, um ihnen ein Angebot in den eigenen vier Wänden zu machen.

Krempe, die schon vielfach mit der LAG zusammengearbeitet hat, brauchte nicht lange zu überlegen. Der Anratherin kam sofort eine Idee. „Die gesamte Situation macht mit uns allen etwas. Dinge verändern sich. Ich dachte, das könnte jeder für sich gut durch Kunst ausdrücken. Ich entwickelte die ersten Gedanken zu Quarantäne, Kunst und Stories“, sagt Krempe. Sie unterbreitete der LAG ihre Vorstellungen und stieß auf Begeisterung sowie Unterstützung durch die Finanzierung der Kunstmaterialien, die nun kostenfrei an die Altersgruppe sechs bist 27 Jahre durch die „Art 101 Gallery“ abgegeben werden können. Mit im Finanzierungsboot ist auch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Kunst ist vielschichtig, und so werden den Teilnehmern gleich drei Themenbereiche angeboten. Einmal heißt es „Virus-Alarm. Wie sieht euer Virus aus?“. Hier sind alle gefragt, Viren darzustellen. Malen, basteln – alles ist möglich. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das gilt auch für die beiden weiteren Bereiche „Stay at Home-Story Books – Geschichten und Visionen zum Weiterschreiben“ sowie „Wake up Call Corona – Appell an die Vernunft, Bilder und Geschichten“. Neben etlichen Bildern sind schon selbstgedrehte Videos eingegangen. Es wird an Skulpturen gearbeitet, und eine Teilnehmerin schreibt an einem Tagebuch, wie Krempe weiß. „Es gibt viele Blickwinkel auf die Corona-Krise. Ich bin gespannt, was alles zusammenkommt“, sagt die Künstlerin.

Es sollen aber nicht nur einfach Arbeiten entstehen, die dann irgendwo in den einzelnen Haushalten verschwinden. Krempe plant eine große Ausstellung, wenn sich das Leben nach Corona wieder in seinen normalen Bahnen bewegt. Bis es aber so weit ist, gibt es eine wechselnde Schaufensterausstellung in der Willicher Galerie von Kunstwerken, die von den Teilnehmern geschaffen werden.

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