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Stadt Willich: Baustelle Berufskolleg

Stadt Willich : Baustelle Berufskolleg

Rund sechseinhalb Millionen Euro investiert der Kreis Viersen in die Sanierung des Berufskollegs am Standort Willich. Derzeit laufen noch die Abbrucharbeiten, Ende des Jahres sollen die Gebäude fertig renoviert sein.

Wolfgang Elling ist es beinahe peinlich, es zu sagen, aber irgendwie kam ihm die Wirtschaftskrise gerade recht. Die Krise brachte schließlich das Konjunkturpaket, ein 50 Milliarden-Euro-Maßnahmenpaket von Bund und Ländern zur Belebung der Wirtschaft. Und Elling profitierte davon. Er leitet beim Berufskolleg des Kreis Viersen den Standort Willich.

Das wird mit den Mitteln aus Berlin und Düsseldorf gerade umfangreich saniert. "In den vergangenen zehn Jahren hat sich hier wenig getan", erzählt Elling. Sanierungen der veralteten Gebäude aus den 60er Jahren seien immer nur in kleinen Schritten erfolgt. Hier ein neues Fenster, dort eine neue Tür. "Umso mehr freuen wir uns, dass jetzt die Komplettsanierung erfolgt", so Elling.

Besuch auf der Baustelle

Er hat sich gestern gemeinsam mit Landrat Peter Ottmann, dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und dem Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Berger über den Stand der Bauarbeiten informiert. Rund 6,45 Millionen Euro lässt sich der Kreis die Sanierung kosten. 3,3 Millionen Euro kommen aus dem Konjunkturpaket. Um die restlichen Kosten zu tragen, werden Kredite aufgenommen. Ende Dezember vergangenen Jahres ging es los mit den Rodungsarbeiten.

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In den Weihnachtsferien wurden die Container angeliefert, in denen der Unterricht provisorisch fortgeführt wird. "Das klappt ganz gut", sagt Wolfgang Elling. Kleinere Pannen gehörten aber dazu. Derzeit laufen noch die Abbrucharbeiten. "Die Schmutz- und Regenwasserkanäle werden erneuert", erklärt der bauleitende Architekt Carsten Mohns. "In den nächsten Tagen kümmern wir uns um die Heizungstechnik", sagt Mohns. "Das muss fertig sein, bevor nächste Woche die Schule wieder beginnt."

Ein Großteil der Arbeiten dient der energetischen Sanierung des Berufskollegs. Die Klassenräume hatten bislang einfach verglaste Stahlfenster ohne jede Dämmung. "Wir bauen doppelt verglaste Aluminiumfenster nach dem neuesten Stand der Technik ein", sagt Mohns. Neue Fensterbänke bekommen die Klassenräume gleich dazu. "Außerdem wird es neue Böden und Decken für eine bessere Akustik geben", so Mohns.

Dass das Berufskolleg sein äußeres Erscheinungsbild mit dem Umbau maßgeblich ändern wird, liegt an den bunten, acht Millimeter dicken Fassadenplatten, die in einem unregelmäßigen Muster an den Gebäuden mit den Klassenräumen angebracht werden. "Diese Platten kommen aus dem OP-Bereich von Krankenhäusern", erklärt Architekt Stefan Wiens. Sie sind resistent gegen Vandalismus oder Graffiti und haben auch kein Problem mit Schnee, Eis und Feuchtigkeit. Mit neuer Fassade, neuen Fenstern, Dämmung, moderner Heizung und Beleuchtung soll künftig ein Viertel der Energiekosten am Berufskolleg eingespart werden.

Die Pläne der Architekten sehen zudem vor, zwischen den beiden gegenüberliegenden Gebäudetrakten mit den Klassenräumen eine neue Cafeteria mit begrüntem Dach zu bauen. Ebenso entsteht ein neuer Gebäudeteil mit den Toilettenanlagen. Und auch die Grünanlage wird neu gestaltet. "Wir wollen, dass man sich künftig besser am Berufskolleg orientieren kann", sagt Stefan Wiens. Der Außenbereich soll im Frühjahr 2011 fertig sein, die Gebäude bereits Ende des Jahres.

Heimische Wirtschaft profitiert

Die Arbeiten werden — ganz im Sinne des Konjukturpaketes — größtenteils von hiesigen Handwerksbetrieben durchgeführt. "52 Prozent der Aufträge sind bislang an Firmen aus dem Kreis gegangen, 32 Prozent an Unternehmen aus der Region", berichtet Herbert Verlinden, Architekt aus der Abteilung Gebäudemanagement bei der Kreisverwaltung. "Wir hoffen, dass das Konjunkturpaket damit einen positiven Impuls für die hiesige Wirtschaft gegeben hat", sagt Landrat Ottmann.

(RP)