Stadt Willich: "Autorennen" in der Fußgängerzone

Stadt Willich : "Autorennen" in der Fußgängerzone

"Anrath bewegt sich" lautete das Motto des Brunnenfestes. Tausende Besucher erlebten das Booster-Konzert und bummelten gemütlich über den vielschichtigen Markt in der Innenstadt.

Die Räder drehen sich blitzschnell, und das rote Auto schießt entlang der mit Strohballen markierten Strecke nach vorn. Allerdings gibt es keine Qualmwolke, sondern nur atemlose Kinder, deren Gesichter strahlen. Auf der Viersener Straße ist nämlich Bobby-Car-Rennen angesagt. Die erste Station der Familien-Rallye des Turnvereins Anrath kommt bestens an. Was aber auch für die folgenden zwölf Stationen gilt, die quer über die Anrather Innenstadt beim Brunnenfest verteilt sind. Ob Stelzenlauf, Dosenwerfen, das Hüpfspiel "Himmel und Hölle" oder "Vier gewinnt" - überall sind Familien mit Begeisterung beim Spiel anzutreffen. Das Motto "Anrath bewegt sich" wird im wahrsten Sinnen des Wortes beim nunmehr 29. Brunnenfest, zu dem der Werbering Anrath eingeladen hat, umgesetzt.

Diese Jungs und Männer hatten Spaß mit der Carrera-Bahn und lieferten sich spannende Rennen,. Foto: Prümen Norbert

"Gestern Abend hat sich Anrath sehr bewegt, und auch heute herrscht schon jede Menge Bewegung", begrüßte so auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes die bereits um 11 Uhr zahlreich erschienenen Besucher vor der großen Hauptbühne an der Kirche. Wobei die Abendbewegung sich auf das Konzert mit der Mönchengladbacher Coverband "Booster" bezog. "Es war fantastisch. Rund 2000 Besucher waren vor Ort und rockten bei einer super Stimmung Anrath", schwärmte Anja Hasenbeck vom Organisationsteam des Werberings. Beim Abschlusslied "Freiheit" habe der Boden gebebt. Es sei genial gewesen, schließt sich Sebastian Commans an.

Der Stoffdrachen, den Ulrike Kain genäht hat, ist unverkäuflich. Doch sie hatte viele andere Dinge im Angebot. Foto: Prümen Norbert

Aber nicht minder schön ging es beim eigentlichen Brunnenfest mit seinem Marktgeschehen und den vielen Mitmachangeboten für kleine und große Besucher zu. Auf der Viersener Straße haben die unterschiedlichsten Handwerker ihre Stände mit Leben gefüllt. Es wird nicht einfach ein Gewerk vorgestellt, sondern praktisch gezeigt. Die Tischlerei Seffern hat ein Wohnzimmer aufgebaut, bei Fliesen Manns plätschert das Wasser in einem mit Fliesen ummauerten Waschtisch, und bei Luise Ketenbach, die nach Wunsch Bekleidung anfertigt und ändert, rattert die Nähmaschine. Demonstration ist auch bei Georg Draack und Sascha Kain angesagt. Der Wirtschaftsinformatiker hat Kameras samt großem Bildschirm am Stand installiert und stellt Überwachung als Einbruchschutz vor.

Fröhlich und farbenfroh präsentiert sich "Rickiss". Handgenähte Kleider, Röcke, Taschen aus alten Jeanshosen, Einkauftaschen, die sich ganz klein machen können, und ein drei Meter langer kunterbunter Drachen, der über dem Ganzen schwebt, lassen die Besucher stehenbleiben. "In dem Drachen sind viele Füllungen von Kissen verschwunden", erzählt Ulrike Kain, wobei der Drache unverkäuflich ist.

Ganz praxisorientiert geht es beim Informationsstand des Roten Kreuzes zu. "Wir wollten einmal unterschiedliche Hilfsmittel vorstellen, die ein Seniorenleben einfacher machen", sagt Susanne Gilbert-Hoeren von den Ambulanten Diensten. Besteck mit dicken Griffen, das Brettchen mit Rand, von dem das Butterbrot beim Schmieren nicht herunterrutschen kann oder die verlängerte Haarbürste in Anbetracht der Tatsache, dass bei vielen älteren Leute die Bewegung der Arme eingeschränkt ist - die praktischen Alltagshelfer interessieren viele. Und so manch einer nimmt auch einen Flyer mit, auf dem das DRK hauswirtschaftliche Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis sucht.

Nass geht es am Ende der Fußgängerzone zu. Der Löschzug Anrath der Freiwilligen Feuerwehr Willich hat einen Schlauch an den Hydranten angeschlossen. Vor dem Baumbeet steht das "brennende" Haus, das die jungen Besucher mit Begeisterung löschen. Nicht minder belagert sind das Kinderschminken und das Zauberstabbasteln mit Fichtenholz, magischen Glöckchen, Perlen und Bändern. Viele Vereine stellen sich und ihre Arbeit vor, wobei "Anrath 1tausend" Cocktails kredenzt und der Bürgerverein Anrath gern die Zahl 400 knacken möchte - gemeint ist die Mitgliederzahl. "Man muss sich seine Ziele hoch stecken", meint Friedel Kluth vom Verein mit einem Lächeln und verteilt den neuen Flyer des Vereins.

Bei der Galerie JK34 entsteht indes ein gemeinsames Bild. Galerist Klaus Peter Schlehbusch hat eine Leinwand vor mehrschichtigem Hintergrund mit Kreisen versehen, in die jeder Besucher das malen kann, was er möchte. Schwerter klirren ist an der zweiten Bühne vor der Sparkasse zu hören. Der Judo-Club-Schiefbahn zeigt Schwertkampfvorführungen. Lieder von den Grundschülern der Albert-Schweitzer-Schule sind derweil auf der Hauptbühne zu hören - auf den beiden Bühnen rollt ein Programmpunkt nach dem anderen ab. Relaxte Stimmung, entspannte Besucher und ein Ort, der sich so vielseitig präsentiert, wie er auch im Alltag ist.

(tref)