Ausbau der Willicher Straße in Schiefbahn: Anwohner gründen Initiative

Schiefbahn : Ausbau der Willicher Straße: Anwohner gründen Initiative

In Schiefbahn hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet: die Interessengemeinschaft Schiefbahner Dreieck. Ralf Lück und Arno Friesen haben bereits rund 40 Mitstreiter gefunden, die sich gegen den aufwendigen und teuren Ausbau der Willicher Straße am Schiefbahner Dreieck wehren.

Denn die Anwohner werden über Anliegerbeiträge an den Kosten beteiligt und wollen daher keinen „Luxusboulevard“, wie er derzeit von der Willicher Stadtverwaltung vorgeschlagen werde, so Ralf Lück. Da politisch noch nichts definitiv entschieden ist und auch aus der Politik bereits Signale kamen, einen allzu aufwendigen Ausbau der Straße nicht mittragen zu wollen, stehen die Chancen der Interessengemeinschaft, noch etwas zu bewirken, nicht schlecht.

Die Stadt hat vor, im Rahmen der Bebauung des Schiefbahner Dreicks die Willicher Straße vom Rubensweg bis zum Ausbaubauende an der Korschenbroicher Straße zu erneuern. Nach derzeitiger Planung soll die Gesamtbreite der Straße von rund sieben auf 18 Meter wachsen – auf jeder Seite 1,5 Meter Bürgersteig, dann jeweils zwei Meter Radweg, dazwischen noch die Fahrbahn plus Parkbuchten mit Baumpflanz­ecken. Für Lück ein Unding: „Eine Luxuslösung ist geplant, wie sie in Willich einmalig ist.“ Was ihn besonders ärgert: „Sie endet nach nur 290 Metern abrupt am Rubensweg. Von dort bis zur Ortsmitte ist es eng auf der Willicher Straße. Die genannten Gestaltungsmerkmale können mangels Platz nicht fortgeführt werden. Ende Gelände!“

Die Kosten des Ausbaus stiegen von ursprünglich im Jahr 2015 geplanten 840.000 Euro auf in 2019 errechneten 1,35 Millionen Euro. Seinerzeit ging die Verwaltung von etwa sechs Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche als Straßenbaubeitrag für die Anwohner aus – im März 2019 stand plötzlich ein Beitrag von 23,50 Euro pro Quadratmeter im Raum. „Die Anlieger verstehen weder die Planung noch die Kostenentwicklung“, so Lück. Aus Sicht der Betroffenen bringt das Neubauprojekt Schiefbahner Dreieck nur Nachteile: „Es entsteht noch mehr Verkehr und damit Behinderung und Lärm und als Resultat Wertverlust des Eigentums. Anlieger hatten vor der Planung keine Probleme mit den Straßenverhältnissen, wie auch ein Gutachten festgestellt hat. Sie sind mit der Planung in keiner Weise einverstanden.“ Der kostenträchtige Ausbau des Teilstücks Willicher Straße sei komplett dem Neubaugebiet Schiefbahner Dreieck geschuldet. „Die Kosten sollten je nach Betrachtung entweder als Erschließungsinvestition des Neubaugebietes oder als gesamtkommunale Aufgabe für das Stadtmarketing bezüglich der ,attraktiven Zufahrt’ am Schiefbahner Ortseingang ohne Anliegerbeteiligung verbucht werden“, findet Ralf Lück.

Für Donnerstag, 11. Juli, 18 Uhr, hat die Stadtverwaltung zu einer Informationsveranstaltung im technischen Rathaus in Neersen eingeladen. „Klingt erstmal recht gut, aber auf den zweiten Blick bleibt festzuhalten, dass dies keine echte Bürgerbeteiligung mit Planungstransparenz und Mitspracherechten ist und diese bisher auch nie stattgefunden hat“, bemängelt Lück.

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