Stadt Willich: Auf kurzem Weg nach Wekeln

Stadt Willich: Auf kurzem Weg nach Wekeln

Ein Planungsbüro hat der Politik jetzt Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine Verbindung von Niederheide nach Wekeln aussehen könnte. Die Kosten: gut 3 Millionen Euro. Bisher nutzen viele Autofahrer Schleichwege.

Von einem "Geheimtipp" oder einem "Schleichweg" kann man eigentlich schon lange nicht mehr sprechen: Knapp 1300 Autofahrer nutzen täglich die Anliegerstraßen und Feldwege rund um "Am Klapptor" und "Klein Kempen", um von Niederheide nach Wekeln oder ins Stahlwerk Becker und umgekehrt zu gelangen. Diese Zahlen präsentierte jetzt die Verkehrsplanerin Ann-Kathrin Lieven den Politikern im Willicher Planungsausschuss. Das Planungsbüro "PTV Transport Consult" aus Düsseldorf war von der Verwaltung beauftragt worden zu prüfen, ob und wie sich eine Verkehrsverbindung zwischen Niederheide und Wekeln realisieren lässt. Alle Fraktionen hatten bereits 2016 einen entsprechenden gemeinsamen Antrag gestellt, nachdem die große Schiefbahner Ortsumgehung, die rund 8 Millionen Euro kosten würde, endgültig vom Tisch war.

Von Wekeln aus nutzen viele Autofahrer die Anliegerstraße "Klein Kempen" nach Niederrheide. Foto: Schütz Marc

Richtig billig ist aber auch die kleine Lösung, die jetzt präsentiert wurde, nicht: Zwischen 3 und 3,4 Millionen Euro würde die Trasse inklusive Grundstücksankäufen kosten - je nachdem, wo genau sie verlaufen würde. In Wekeln wäre laut Ann-Kathrin Lieven der Anschluss an die Rohrzieherstraße am geeignetsten, im Süden, also in Niederheide, gäbe es drei mögliche Knotenpunkte: Am Klapptor, etwas weiter westlich davon oder an der Ecke Alte Poststraße/Alte Landstraße, wo dann ein Kreisverkehr gebaut oder eine Ampelanlage installiert werden könnte, "um einen übersichtlichen Knotenpunkt zu schaffen".

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Allen Varianten gemein ist allerdings das Problem, dass die neue Straße durch ein Landschaftsschutzgebiet führen würde, was entsprechende Genehmigungen und eine Artenschutzprüfung notwendig machen würde, so Lieven. Und: Eine neue, dann sechs Meter breite Fahrbahn würde mehr Verkehr produzieren als die bestehenden Schleichwege. "Die Bürger würden ,mit dem Gaspedal abstimmen' und sich schnellere Verbindungen suchen", sagte der städtische Verkehrsplaner Armin Prinzen. Denn es ist davon auszugehen, dass auch Autofahrer, die nicht nur nach Wekeln oder ins Stahlwerk Becker, sondern weiter Richtung Norden wollen, die Straße nutzen würden. Wie viele Autos künftig dort fahren würden, sei schwer zu prognostizieren. Ann-Kathrin Lieven rechnet mit bis zu 2500 Fahrzeugen pro Tag. Schiefbahn selbst würde durch die neue Verbindung entlastet, in Wekeln sei hingegen mit mehr Verkehr zu rechnen.

Die Politiker nahmen die Ausführungen nun erst einmal zur Kenntnis und werden darüber beraten. Sascha Faßbender (CDU) zeigte sich überrascht, dass inzwischen so viele Autofahrer die Schleichwege nutzen, Ulrich Bünstorf (SPD) machte auf das Problem aufmerksam, dass der Verkehr in Wekeln zunehmen werde, Christian Winterbach (Grüne) appellierte, darüber nachzudenken, die neue Trasse nicht für den Lkw-Verkehr freizugeben - was laut Martina Stall, Technische Beigeordnete der Stadt Willich, rechtlich allerdings nicht so einfach wäre. Karl-Heinz Koch (FDP) störte sich an dem weiten Bogen, den die neue Straße mache, er wünsche sich einen Verlauf dichter am bestehenden Radweg. Theresa Stoll (Für Willich) sagte abschließend, dass nun der erste Schritt gemacht sei und man sich jetzt intensiv mit dem Thema auseinandersetzen müsse.

(RP)