Stadt Willich: Auf der Suche

Stadt Willich : Auf der Suche

Die Stadt Willich wird die Stelle des Ersten Beigeordneten nach dem Weggang von Christoph Gerwers ausschreiben. Der Bürgermeister rechnet mit großem Interesse. Der Rat soll Anfang nächsten Jahres entscheiden.

Wenn man Christoph Gerwers Glauben schenken darf, müsste es in diesen Tagen bei den Sitzungen des Verwaltungsvorstandes der Stadt Willich deutlich ruhiger zugehen. Der scheidende Erste Beigeordnete ist schließlich nicht mehr an den Sitzungen beteiligt. Bei seiner Verabschiedung vor einigen Tagen hatte er aber versichert, dass er nicht selten der Grund gewesen sei, weshalb es in der Viererrunde schon mal hoch her ging.

Wer die Runde der verbliebenen Verwaltungsvorstände um Bürgermeister Josef Heyes, Kämmerer Willy Kerbusch und die Technische Beigeordnete Martina Stall künftig ergänzt, ist noch nicht klar. Die Kür eines Kandidaten zum Nachfolger des als Bürgermeister nach Rees abwandernden Christoph Gerwers ist neben der Bewältigung der Haushaltssperre eine der ersten Aufgaben des neuen Rates.

Fahrplan zugestimmt

Gleichwohl sind die Vorbereitungen schon angelaufen. So verständigten sich CDU und SPD bereits darauf, die Stelle des Ersten Beigeordneten öffentlich auszuschreiben. Dem weiteren Fahrplan bei der Suche nach einem Gerwers-Nachfolger haben alle im Rat vertretenen Fraktionen bereits zugestimmt. Bürgermeister Josef Heyes hatte die Fraktionsvorsitzenden im Anschluss an die jüngste Sondersitzung des Haupt- und Finanzauschusses darüber informiert.

"Die Ausschreibung wird derzeit vorbereitet", berichtet Heyes. Über die genauen Auswahl-Kriterien soll der neue Rat in seiner Sitzung am 18. November entscheiden. Die Gemeindeordnung regelt in Paragraph 71, Absatz 3, die Anforderungen an die Beigeordneten. In kreisfreien und großen kreisangehörigen Städten — dazu zählt Heyes die Stadt Willich — müsse mindestens einer der Beigeordneten die Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst besitzen. Gesucht wird also auf jeden Fall ein Hochschulabsolvent, eventuell sogar ein Jurist wie Gerwers.

Da der Rat über dessen Nachfolge abstimmt, sitzt die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit an allen Hebeln. Offiziell heißt es, man wolle sich erst über Namen unterhalten, wenn die neue Fraktion gebildet und die angespannte Haushaltslage Ende Oktober im Rat diskutiert wurde. "Wir sind an einer einvernehmlichen Lösung interessiert", sagt Fraktionschef Dr. Siegfried Kirsch. Es läge im Interesse der Union, dass der Nachfolger von allen Parteien mitgetragen wird.

In diesem Zusammenhang erinnert Parteichef Uwe Schummer gerne daran, dass Kämmerer Willy Kerbusch, obwohl der SPD zugehörig auch von der CDU gestützt werde. "Der Beigeordnete muss nur gut sein", sagt Schummer. Der Bundestagsabgeordnete kann sich einen Nachfolger aus den eigenen Reihen vorstellen. "Mir ist wichtig, dass wir eigene Talente fördern", sagt er.

Genügend Interessenten

Unabhängig davon geht Bürgermeister Josef Heyes davon aus, dass genügend Interessenten vorhanden sein werden. "Die Stadt ist ein sehr attraktiver Arbeitsplatz", sagt er. Sollte die Ausschreibung Ende November fertig sein, sei ein Bewerbungsschluss kurz vor Weihnachten denkbar. Mit drei bis fünf Kandidaten würde man dann am 28. Januar zur Entscheidung in die erste Ratssitzung im kommenden Jahr gehen. Frage des Tages

(RP)
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