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Stadt Willich: Auf der Grünen Woche mit Vorurteilen aufgeräumt

Stadt Willich : Auf der Grünen Woche mit Vorurteilen aufgeräumt

Rita Stauten aus Neersen war auf der Landwirtschaftsmesse in Berlin einer der Agrar-Scouts.

Rita Stauten ist die Begeisterung anzuhören, wenn sie von ihrem erstmaligen Einsatz als Agrar-Scout auf der Grünen Woche in Berlin spricht. "Es war ein tolles Erlebnis und auf der ganzen Linie eine Bereicherung. Es gab so viele gute Gespräche, wobei ich wirklich erstaunt war, wie weit die Gesellschaft teilweise von der Landwirtschaft entfernt ist", sagt Stauten, die mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in Neersen führt. Sie war auf dem Erlebnisbauernhof der Messe im Einsatz.

Dort erwarteten die Besucher nicht nur diverse landwirtschaftliche Maschinen und Themencontainer, sondern unter anderem auch ein Schweine- sowie ein Kuhmobil mit Kälberstand. Letzteres war der Bereich, den Stauten betreute. "Ich habe immer wieder feststellen können, dass bei den Besuchern viele Vorurteile aus Unwissenheit bestehen. Ich fand es mehr als wichtig, durch informative Gespräche Vorurteile ab- und Wissen aufzubauen", berichtet die 39-Jährige. Und genau das geschah in unzähligen Gesprächen, wobei Stauten auf die Besucher zuging. Viele schauten nämlich nur. Sie trauten sich nicht, den Anfang zu machen und machten vielmehr nur Bemerkungen untereinander, die nicht wirklich von Fachwissen zeugten.

Ein Gesichtspunkt waren so die frisch enthörnten Kälber. Besucher regten sich darüber auf und sprachen von mangelndem Tierschutz in der Landwirtschaft. Dass dem nicht so ist, darüber informierte Stauten. Die Kälber werden nämlich sediert, bevor die Hörner entfernt werden, und haben danach auch keine Schmerzen. Mit Besuchern die Kälber per Hand füttern oder Besucherkindern einmal die Möglichkeit zu geben, die Kuhschubbelbürste auszuprobieren - die Neersenerin war mit Freude bei der Arbeit.

Einen Satz bekam sie ganz oft zu hören: "Hier sieht ja alles gut aus. Aber wie schaut es in der Wirklichkeit aus?" Auch hier konnte sie weiterhelfen. Stauten hatte daheim ein Fotoalbum vom eigenen Betrieb mit all seinen Bereichen angelegt. Wie oft sie das herausgeholt und den Besuchern gezeigt hat, das weiß sie nicht mehr. "Das Fotoalbum ist unheimlich gut angekommen und aufgrund dessen haben sich viele Gespräche vertieft", sagt die Landwirtin.

Sie selbst war von ihren Aufgaben als Agrar-Scout so begeistert, dass sie statt eines Tages gleich zwei Tage in den Einsatz ging. Eigentlich war der zweite Tag in Berlin für einen privaten Bummel über die Messe geplant. Der fand dann allerdings nur im Eildurchgang vor der Eröffnung statt. Danach stand Stauten wieder als Agrar-Scout auf dem Erlebnisbauernhof. Der nächste Einsatz ist ebenfalls schon geplant: Im Februar geht es als Agrar-Scout nach Frankfurt zu "Land und Genuss".

(tref)